Verhandlungen um Air-Berlin-Zerschlagung ziehen sich weiter

Die Bieterfristen für Air-Berlin-Technik und Leisure Cargo sowie die exklusiven Verhandlungen mit Easyjet sind abgelaufen. Aber es gibt weiter keine Einigung. Der insolventen Airline läuft nun die Zeit davon.

Maschinen der in der Air Berlin stehen am Flughafen Tegel. - © © dpa - Paul Zinken

Maschinen der in der Air Berlin stehen am Flughafen Tegel. © dpa /Paul Zinken

Der Verkaufspoker um Air Berlin tritt in eine neue Phase. Vor den Gläubigerversammlungen am kommenden Dienstag sind heute Bieterfristen und Exklusivitäten bei der Verhandlung um Teile der insolventen Airline abgelaufen.

Noch bis heute liefen die exklusiven Verhandlungen mit Easyjet, die angeblich Teile der Air-Berlin-Operations in Berlin-Tegel übernehmen möchte. Die britische Billigairline hatte Ende vergangener Woche erstmals offiziell bestätigt, Interesse an Teilen der Air Berlin zu haben. Die Verhandlungen ziehen sich aber bereits länger hin als geplant.

Weiter keine Einigung mit Easyjet

Zu einer Einigung kam es am Freitag jedoch nicht. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann kündigte am Nachmittag an, über das Wochenende weiter zu verhandeln, hob zugleich aber wie geplant die Exklusivität der Easyjet-Gespräch auf. Damit wird es möglich, parallel Gespräche mit anderen Unternehmen zu führen. Zu den Interessenten für weitere verwertbare Reste der hoch verschuldeten Air Berlin Gruppe zählt auch der Ferienflieger Condor.

Eigentlich sollte am Freitag eine Einigung zwischen Easyjet und Air Berlin verkündet werden, berichteten "BZ" und "Bild" am Donnerstag unter Berufung auf mehrere Verhandlungsteilnehmer.

Ob eine Einigung nun noch möglich ist, blieb offen. Für den Gläubigerausschuss an diesem Dienstag kündigte Winkelmann lediglich an, den Stand der Dinge zusammenzufassen und Entscheidungsvorlagen zu erstellen. Lufthansa hatte bereits in der vergangenen Woche den Kaufvertrag für die nicht insolventen Air-Berlin-Töchter Niki und LGW unterzeichnet.

Bieterfrist für Techniksparte und Air-Berlin-Logistiker endet

Ebenfalls am heutigen Freitag endete die Bieterfrist für die Techniktochter mit 900 Beschäftigten. Insidern zufolge soll ein Konsortium von Bietern um den Logistiker Zeitfracht und die Wartungsfirma Nayak das Rennen machen. Man sei mit den Verhandlungen auf der Zielgeraden, heißt es lau Informationen der Wirtschaftswoche.

Bislang gab es dem Vernehmen nach drei Interessenten, darunter der Logistiker Zeitfracht im Verbund mit weiteren Investoren. Die Verhandlungen mit Zeitfracht sind dem Vernehmen nach weit fortgeschritten. Das treffe vor allem auf die Leisure Cargo zu, eine Air-Berlin-Tochter mit etwa 60 Mitarbeitern, die Frachträume in Flugzeugen vermittelt.

Die Air-Berlin-Gläubiger wollen am 24. Oktober über den Verkauf entscheiden, anschließend prüft die europäische Wettbewerbsbehörde in Brüssel das Geschäft. Das wird voraussichtlich mehrere Monate dauern. Erst dann kann der Kauf formal vollzogen werden.

© dpa, Lesen Sie auch: Spohrs Pläne für Air Berlin

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ist seit Mitte August insolvent. Der Flugbetrieb seitdem war nur durch einen Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro gesichert. Am Abend des 27. Oktober soll der Flugbetrieb unter AB-Flugnummer eingestellt werden.

Von: dh mit dpa

Datum: 20.10.2017 - 08:00

Adresse: http://www.airliners.de/air-berlin-zerschlagung-entscheidungen/42645