Air Berlin legt tiefrote Zahlen für erstes Halbjahr vor

23.10.2017 - 12:55 0 Kommentare

Unmittelbar vor der Insolvenz hat Air Berlin weiter tiefrote Zahlen eingeflogen. Das geht aus dem veröffentlichten Finanzbericht für das zweite Quartal vor. Im ersten Halbjahr flog die Airline fast 450 Millionen Euro Miese ein.

Leere Schalter der Air Berlin am Flughafen Berlin Tegel. - © © dpa - Paul Zinken

Leere Schalter der Air Berlin am Flughafen Berlin Tegel. © dpa /Paul Zinken

Air Berlin ist im ersten Halbjahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Das geht aus dem Ende September verfassten und nun veröffentlichten vorläufigen Finanzbericht für den Zeitraum bis unmittelbar vor der Insolvenz hervor.

Demnach sind die Verluste in den ersten sechs Monaten auf fast 447,6 Millionen Euro gestiegen - gut 163 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel zugleich von 1,7 auf rund 1,5 Milliarden Euro. Die Schuldenlast betrug zum Stand 30. Juni rund 1,9 Milliarden Euro.

Allein im zweiten Quartal lag der Verlust den Angaben nach bei 141 Millionen Euro. Rechnerisch sind das täglich rund 1,5 Millionen Euro Verlust, und zwar in der Hochsaison – wo Airlines in der Regel das meiste Geld verdienen. Zu den größten Kostenblöcken im ersten Halbjahr gehörten bei Air Berlin Leasinggebühren, die 328 Millionen Euro ausmachten. Die Personalkosten mit 225 Millionen Euro lagen noch unter den Kerosinkosten von 281 Millionen Euro.

Airline relativiert eigenes Zahlenwerk

Allerdings relativierte Air Berlin die Aussagekraft des Zahlenwerks. "Mit den nachfolgenden Zahlen können wir nicht vorgeben, einen offenen und ehrlichen Blick auf die finanzielle Situation der Air-Berlin-Gruppe zu geben", heißt es. Der gesamte Bericht ist zudem nicht auditiert.

Der Bericht sei zu einem Zeitpunkt entstanden, als noch vom Fortbestand der Airline ausgegangen worden sei. Nach dem Insolvenzantrag im August habe sich aber eine völlig neue Ausgangslage ergeben. "Air Berlin PLC warnt jeden Leser dieses finanziellen Statements, sich auf irgendeine der finanziellen Informationen zu verlassen, die darin enthalten sind", schreibt die Airline.

Air Berlin stellt am 27. Oktober den Flugverkehr ein, nachdem sie im August Insolvenz angemeldet hatte. Großaktionär Etihad wollte den Fortbestand des schon lange defizitären Unternehmens nicht weiter finanzieren.

Von: dh mit dpa
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