Quartalszahlen Air Berlin weiter im Sinkflug

26.10.2011 - 10:05 0 Kommentare

Air Berlin hat ihre vorläufigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal bekannt gegeben. Demnach hat die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ihren Umsatz von Juli bis September um gut zehn Prozent gesteigert. Das operative Ergebnis ist jedoch deutlich gesunken.

Airbus A330-200 der Air Berlin im Endanflug - © © AirTeamImages.com - Steven Marquez

Airbus A330-200 der Air Berlin im Endanflug © AirTeamImages.com /Steven Marquez

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin hat ihren Sinkflug auch im wichtigen Sommerquartal nicht stoppen können. Der Umsatz legte zwar dank der Übernahme der österreichischen Fluglinie Niki um elf Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu, wie das Unternehmen am späten Dienstagabend mitteilte. Doch der operative Gewinn sackte um fast die Hälfte auf 97 Millionen Euro zusammen. Nun will sich Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft neues Geld beschaffen. Eine neue Anleihe soll bis zu 150 Millionen Euro einbringen.

Die Air-Berlin-Aktie startete am Mittwoch kaum verändert in den Handel. Zuletzt lag das Papier mit 0,26 Prozent im Minus bei 2,638 Euro. Insgesamt könnten die Nachrichten den Kurs zwar erst einmal belasten, sagten Händler an der Börse. Allerdings hänge die Messlatte für die Gesellschaft ohnehin nicht sehr hoch, und die Anleger seien mittlerweile schlechte Nachrichten gewohnt.

Das Sommerquartal ist für Air Berlin besonders wichtig. Die Fluglinie erzielt einen Großteil ihres Geschäfts mit den Reiseveranstaltern, für die zwischen Juli und September Hochsaison herrscht. Die Konzernspitze um den neuen Vorstandschef Hartmut Mehdorn machte für den Gewinnrückgang bereits die zu Jahresbeginn eingeführte Ticketsteuer sowie den anhaltend hohen Ölpreis verantwortlich.

Air Berlin hatte nach anhaltenden Verlusten Ende August die Reißleine gezogen. Der Unternehmensgründer und bisherige Vorstandschef Joachim Hunold nahm seinen Hut. Der bisherige Aufsichtsratschef Mehdorn übernahm das Steuer. Nun will Air Berlin die Flotte von 170 auf 152 Maschinen zusammenstreichen, unrentable Verbindungen fallen weg. Zudem nimmt das Unternehmen bereits bestellte Flugzeuge von Boeing und der EADS-Tochter Airbus erst später ab.

Neue Anleihe

Mit der neuen Anleihe will sich Air Berlin zunächst bis zu 100 Millionen Euro zu einem Zins von 11,5 Prozent besorgen. Sie soll am 1. November ausgegeben und drei Jahre später zurückgezahlt werden. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis diesen Freitag (28. Oktober). Insgesamt kann das Volumen auf bis zu 150 Millionen Euro steigen. Danach will Air Berlin die Gläubiger einer Wandelanleihe aus dem Jahr 2007 auffordern, ein Angebot zum Verkauf ihrer Teilschuldverschreibungen auszugeben.

Von: dpa-AFX
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