Air Berlin will Passagieren höhere Entschädigungen anbieten

14.06.2017 - 13:45 0 Kommentare

Air Berlin will ihren Passagieren die Wahl bieten: entweder eine Entschädigung gemäß der EU-Vorschriften oder ein Fluggutschein. Hintergrund sind Verspätungen und Ausfälle bei der Airline.

Air Berlin hat in letzter Zeit Probleme mit Verspätungen und Flugausfällen. Foto: © dpa, Ole Spata

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin will ihren Kunden bei Flugausfällen und Verspätungen höhere Entschädigungen gewähren als von der EU vorgesehen. Das Unternehmen sei bereit, höherwertigere Fluggutscheine auszugeben, sagte eine Air-Berlin-Sprecherin der "Rheinischen Post".

Bei einem Langstreckenflug werden je nach Verspätung bis zu 600 Euro Schadensersatz fällig. In diesen Fällen werde "ein Fluggutschein von 750 Euro" angeboten, erklärte die Sprecherin demnach.

Aus Ärger über ausgefallene Flüge und Verspätungen verlangen Air-Berlin-Kunden Schadenersatz in Millionenhöhe. Entsprechend der EU-Fluggastrechteverordnung können Fluggäste ihre Rechte bei Verspätungen oder Ausfällen bis zu drei Jahre rückwirkend geltend machen.

© AirTeamImages.com, Felix Gottwald Lesen Sie auch: Air Berlin hat mit 24 Flügen pro Tag Probleme

Air Berlin steckt seit 2008 in den roten Zahlen, unterbrochen nur von einem kleinen Plus im Jahr 2012. Am heutigen Mittwoch hält das Unternehmen in London seine Hauptversammlung ab.

Die arabische Fluggesellschaft Etihad hält knapp 30 Prozent an der Airline, will diese Beteiligung Medienberichten zufolge aber loswerden. Als möglicher Interessent gilt die Lufthansa. Vergangene Woche stellte Air Berlin bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrages.

© dpa, Bernd Thissen Lesen Sie auch: Kartellrechtler räumt Lufthansa gute Übernahmechancen für Air Berlin ein

Von: ch, AFP
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Air-Berlin-Abwickler Lucas Flöther: "Eine schnelle Lösung war unumgänglich." "Air Berlin ist nicht tot"

    Interview Air-Berlin-Insolvenzverwalter Lucas Flöther spricht im Interview mit airliners.de über den Verkauf der insolventen Airline, über den Status-Quo des Unternehmens und den Weg, der noch vor ihm liegt.

    Vom 13.08.2018
  • Thorsten Dirks. Air-Berlin-Übernahme war "teils zu ambitioniert"

    Über 70 Maschinen von Air Berlin will Eurowings in die Luft bringen. Dies geschehe laut Airline-Chef Dirks zwar "in Rekordzeit", aber nicht ohne Probleme, gibt sich der Lufthansa-Manager selbstkritisch.

    Vom 16.07.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus