Germanwings-Hintebliebene klagen gegen Lufthansa

25.09.2017 - 12:16 0 Kommentare

Nachdem sie vor einem US-Gericht in Arizona abgeblitzt sind, klagen die Hinterbliebenen der Opfer des Germanwings-Absturzes nun in Deutschland gegen Lufthansa. Fast 200 von ihnen ziehen nun vor das Landgericht Essen.

Trauer um die Opfer, die beim Absturz einer Germanwings-Maschine gestorben sind. - © © dpa - Christoph Schmidt

Trauer um die Opfer, die beim Absturz einer Germanwings-Maschine gestorben sind. © dpa /Christoph Schmidt

Der Rechtsstreit von fast 200 Hinterbliebenen des Germanwings-Absturzes gegen die Lufthansa soll am Landgericht in Essen ausgetragen werden. Er habe die Zivilklagen in der vergangenen Woche dort eingereicht, sagte Rechtsanwalt Elmar Giemulla. Einer bereits im Frühjahr eingereichten Musterklage von vier Angehörigen seien nun weitere 194 Hinterbliebene gefolgt.

Ein Sprecher des Landgerichts Essen bestätigte dies. Die Klage von ursprünglich vier Klägern sei erheblich erweitert worden, sagte er. Sie richte sich gegen eine Flugschule in Arizona und werde der Schule nun zugestellt. Die Angehörigen verlangen Schmerzensgeld für den Tod ihrer Familienmitglieder.

Copilot Andreas Lubitz hatte den Airbus den Ermittlern zufolge am 24. März 2015 absichtlich gegen einen Berg in den französischen Alpen gesteuert. 150 Menschen starben. Seine Ausbildung bei der im US-Bundesstaat Arizona gelegenen Flugschule hatte Lubitz wegen einer schweren Depression nur mit einer Sondergenehmigung beenden können. Die Kläger werfen der Flugschule nun Versäumnisse vor. Die notwendigen Konsequenzen seien nicht gezogen worden.

Die Klage war bereits 2016 in Arizona am Sitz der Flugschule eingereicht worden. Dort wurde sie zurückgewiesen mit dem Hinweis, sich an ein deutsches Gericht zu wenden. Wenn die deutsche Justiz ablehnt, wollten sich die US-Richter den Fall noch einmal anschauen. Die Flugschule Airline Training Center Arizona (ATCA) gehört zur Lufthansa-Gruppe.

Die Lufthansa hat nach dem Unglück bereits Zahlungen geleistet. Diese sind nach Auffassung zahlreicher Hinterbliebener aber zu gering. Am Landgericht Düsseldorf sind ebenfalls Zivilklagen in Sachen Germanwings-Absturz anhängig.

Von: dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager EU-Kommission genehmigt Easyjet-Deal

    Die EU-Kommission gibt der geplanten Übernahme von Air-Berlin-Teilen durch Easyjet grünes Licht - diese "werde den Wettbewerb nicht mindern". Lufthansa hingegen muss noch auf das Urteil aus Brüssel warten.

    Vom 12.12.2017
  • Airbus der Lufthansa. Erste EU-Frist für Lufthansa-Deal läuft ab

    Im Ringen um die Air-Berlin-Töchter LGW und Niki lotet Lufthansa nach airliners.de-Informationen in Brüssel aktuell alle Möglichkeiten aus. In der Nach endet die Frist für Zugeständnisse. Gleichzeitig arbeitet der Konzern schon an einem Plan B.

    Vom 30.11.2017
  • Fluggastbrücken am Airport Düsseldorf. Airline haftet bei Sturz auf Passagierbrücke

    Stolpert ein Passagier auf der Fluggastbrücke, ist die Airline verantwortlich. Dies hat der BGH geurteilt und verwies ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf zurück. Nun muss ein Berufungsgericht den Fall prüfen.

    Vom 21.11.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus