Easyjet will Angebot für Air-Berlin-Anteile stutzen

09.10.2017 - 08:55 0 Kommentare

Eigentlich sollen in dieser Woche die Verhandlungen von Air Berlin mit Lufthansa und Easyjet abgeschlossen werden. Doch dass es zu einem unterschriftsreifen Vertrag mit dem britischen Billigflieger kommt, scheint unwahrscheinlich.

Flugzeuge am Köln/Bonn Airport. - © © Flughafen Köln/Bonn -

Flugzeuge am Köln/Bonn Airport. © Flughafen Köln/Bonn

Die Verhandlungen zwischen der insolventen Fluglinie Air Berlin und dem britischen Low-Cost-Konkurrenten Easyjet über den Kauf von bis zu 30 Flugzeugen drohen nach einem Bericht der "B.Z." zu scheitern. Die Briten hätten ihr ursprüngliches Angebot von rund 50 Millionen Euro reduziert, zitiert die Tageszeitung aus Unternehmenskreisen.

Auch die Aufteilung der Air-Berlin-Slots an den beiden Drehkreuzen des Pleite-Carriers, Berlin-Tegel und Düsseldorf, sorgt für eine Verzögerung der Verhandlungen. "Findet man für eine Sache eine Lösung, wird woanders ein neues Problem aufgemacht", soll ein Insider dem Blatt gesagt haben. Ursprünglich kursierte in den Medien der Plan, dass Easyjet bis zu 70.000 Start- und Landerechte der Air Berlin in Düsseldorf bekommen soll, um am NRW-Airport stark ins Geschäft einzusteigen. Weder in Berlin-Tegel noch in Düsseldorf ist Easyjet bislang aktiv.

Easyjet an deutschen Airports
Angaben in Prozent
Berlin-Schönefeld 62.0
Hamburg 21.8
München 10.5
Stuttgart 3.9
Dortmund 1.1
Dresden 0.7

Die Grafik zeigt die Verteilung der Sitzplatzkapazitäten von Easyjet im laufenden Sommerflugplan ab deutschen Flughäfen. Quelle: CH Aviation

In der Air-Berlin-Zentrale spreche man laut "B.Z." von Kopflosigkeit auf Seiten von Easyjet. Da deren Chefin Carolyn McCall Ende des Jahres den Carrier verlasse und die Nachfolge bislang nicht geregelt sei, würden größere Entscheidungen derzeit nur noch schwer getroffen werden.

Zweifel an Vertragsabschluss am Donnerstag

Bei Air Berlin glaubt man nicht mehr an unterschriftsreife Verträge mit Easyjet bis Donnerstag (12. Oktober). Bis dahin sollten die Verhandlungen abgeschlossen sein. Air Berlin und Easyjet kommentierten den Bericht laut der Nachrichtenagentur "Reuters" bislang nicht.

© dpa, Lesen Sie auch die Einordnung: Wenn Ryanair nicht mehr kann und Easyjet nicht mehr will Gedankenflug

Neben den Verhandlungen mit Easyjet soll bis Donnerstag auch der Kontrakt mit der Lufthansa Group abgeschlossen sein. Es geht im Kern um rund 80 Flugzeuge, die der Kranich-Konzern für rund eine Milliarde Euro bei den Leasing-Gebern auslösen will, sowie tausende Slots. Um die Übernahme der Mitarbeiter wird noch gerungen. Laut des Insiders stehe man mit der Lufthansa Group jedoch kurz vor einer Einigung.

Sollten die Gespräche mit Easyjet tatsächlich platzen, müssten schnell neue Verhandlungen mit anderen Interessenten aufgenommen werden, denn der insolventen Air Berlin droht das Geld für den Flugbetrieb auszugehen. Aktuell fliegt die Airline Dank eines Überbrückungskredits der Bundesregierung. Die 150 Millionen Euro sind aber nur bis Ende November vorgesehen. Danach müssen die Bieter den Betrieb bereits selbst sichern.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: Verhandlungen um Air Berlin drohen zu scheitern

Von: cs
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