Air Berlin findet neuen US-Partner

04.08.2017 - 10:12 0 Kommentare

Air Berlin sucht nach einem starken Partner und ist nun fündig geworden. Die neue Kooperation soll den abgebrochenen American-Airlines-Codeshare auffangen, auch wenn es erst einmal nur ein Interlining ist.

Eine Maschine der Air Berlin. - © © Air Berlin - Andreas Wiese

Eine Maschine der Air Berlin. © Air Berlin /Andreas Wiese

Air Berlin hat einen neuen Partner gefunden. Es ist der US-Low-Cost-Carrier Jetblue. Dies teilte das Unternehmen jetzt mit. Zunächst soll die Kooperation an drei US-Flughafen stattfinden: Boston, New York (JFK) und Orlando. Ein Ausbau der Zusammenarbeit sei nicht ausgeschlossen.

Praktisch heißt dies, dass Kunden von Air Berlin bereits ab Mitte September mit einem Ticket ab den drei US-Flughäfen zu insgesamt 31 weiteren Zielen in den USA fliegen können. Das Gepäck wird auf allen Verbindungen bis zum Zielflughafen durchgecheckt. Auch eine Kooperation der Vielfliegerprogramme von Air Berlin und Jetblue ist laut des Berliner Carriers geplant.

Wie eine Sprecherin der Air Berlin zu airliners.de sagte, sei die Kooperation erst einmal eine Interlining-Vereinbarung: "Wir arbeiten daran, die Zusammenarbeit in den nächsten Monaten auszubauen." Im Gegensatz zum Codesharing werden die Flüge bei einem Interlining nicht unter den Airlinecodes beider Fluggesellschaften sondern nur unter dem der ausführenden Airline durchgeführt.

Jetblue

Der Low-Cost-Carrier Jetblue ist nach eigenen Angaben die fünftgrößte US-Airline. Jetblue fliegt vor allem zwischen bekannten Airports auf dem amerikanischen Kontinent. Im vergangenen Jahr beförderte der Carrier rund 38 Millionen Passagiere und erwirtschaftete bei einem Umsatz von 6,6 Milliarden Dollar (rund 5,5 Milliarden Euro) einen Gewinn von knapp 760 Millionen Dollar (640 Millionen Euro).

Sitzplatzkapazitäten auf Flügen
innerhalb Nord- und Mittelamerikas
Angaben in Prozent
American Airlines 19.3
Delta Air Lines 17.5
Southwest Airlines 16.5
United Airlines 13.8
Air Canada 4.2
Jetblue Airways 4.0
Alaska Airlines 3.8
Spirit Airlines 2.5
Westjet 2.5
Weitere
Airlines
15.9

Die Grafik zeigt die Verteilung der Sitzplatzkapazitäten auf Flügen innerhalb Nord- und Mittelamerikas im laufenden Sommerflugplan bis Ende Oktober. Weitere Airlines sind alle mit einem Marktanteil von weniger als zwei Prozent. Quelle: CH Aviation, Stand: 4. August 2017

Im Zuge seiner Restrukturierung will sich Air Berlin vermehrt auf Langstrecken fokussieren - insbesondere Richtung Nordamerika. Der bisherige Amerika-Partner American Airlines hatte im März eine weitreichende Kooperation mit Air Berlin nicht verlängert. Es gibt nur noch ein Interline-Abkommen im Rahmen der bestehenden Oneworld-Partnerschaft.

Langstrecken-Fokus geht auf Düsseldorf

Air Berlin will sich bei Langstreckenverbindungen auf ihr Drehkreuz in Düsseldorf konzentrieren. Die Frequenz der US-Routen ab dem Drehkreuz Berlin-Tegel schraubt der Carrier schon jetzt zurück.

© AirTeamImages.com, Edwin Chai Lesen Sie auch: Air Berlin reduziert Langstrecke in Tegel

Unter anderem aufgrund der finanziell angeschlagenen Lage sucht Air Berlin in diesem Jahr nach einem neuen Partner. Bislang setzt die Berliner Krisen-Airline auf die Partnerschaft mit Etihad. Der Golf-Carrier unterstützt die deutsche Airline seit 2011 mit Finanzspritzen, will aber wohl sein Engagement bei Air Berlin beenden. Bis Ende kommenden Jahres hat Etihad noch Unterstützung zugesagt, wobei Air Berlin diese im Zweifel nicht rechtlich einfordern könnte, sagt die Airline selbst.

Von: cs
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