Air Berlin zahlt Teil des 150-Millionen-Kredits zurück

20.12.2017 - 17:18 0 Kommentare

Air Berlin hat eine weitere Tranche des staatlichen KfW-Kredits zurückgezahlt. In Finanzkreisen ist von 40 Millionen Euro die Rede. Offenbar ist allerdings die Tilgung der Gesamtsumme weiter unklar.

Flugzeug der Air Berlin: Weitere Millionen des Bundeskredits zurückgezahlt. Foto: © AirTeamImages.com, Simone Ciaralli

Der Bund hat einen Teil seines 150-Millionen-Euro-Überbrückungskredits für die insolvente Air Berlin zurück erhalten. Man habe in der vergangenen Woche einen Teil des KfW-Kredits zurückgezahlt, sagte ein Sprecher der Airline ohne Summen zu nennen. In Finanzkreisen war von gut 40 Millionen Euro die Rede.

Die staatliche KfW, die dem Bund und den Ländern gehört, hatte Air Berlin unmittelbar nach der Insolvenz im Sommer im Auftrag der Bundesregierung 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit sollte verhindert werden, dass die Flugzeuge am Boden bleiben müssen, nachdem Großaktionärin Etihad den Geldhahn zugedreht hatte. Der Bund bürgt für den Kredit.

37 Millionen Euro durch Easyjet-Deal getilgt

Womöglich bekommt der Staat sein Geld nicht ganz zurück. Denn zur Tilgung sollte auch der Erlös aus dem inzwischen geplatzten Verkauf der Air-Berlin-Tochter Niki an die Lufthansa genutzt werden.

Der Großteil des bereits zurückgezahlten Betrags, nämlich 36,5 Millionen Euro, stammt aus dem bereits vollzogenen Verkauf von Firmenteilen an die britische Easyjet. Weitere Millionen kommen aus dem Verkauf der Tochtergesellschaften Leisure Cargo und Air Berlin Technik.

Zypries nennt Ausfall "ein reales Risiko"

Zusätzlich könnten 18 Millionen Euro von der Lufthansa für die Air-Berlin-Tochter LG Walter fließen, falls die EU der Übernahme zustimmt. Auch der geplante Schnellverkauf der insolventen Niki an einen anderen Investor könnte weitere Einnahmen erbringen.

© dpa, Christoph Schmidt Lesen Sie auch: So könnte Air Berlin den KfW-Kredit zurückzahlen

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte den Überbrückungskredit vor wenigen Tagen verteidigt. Dass das Geld vielleicht nur in Teilen zurückgezahlt werde, sei "ein reales Risiko" in Folge der geplatzten Niki-Übernahme. Sie gehe aber davon aus, dass "ein wesentlicher Teil des Kredits" zurückgezahlt werde, sagte Zypries.

Von: cs, dpa
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.

  • Ein Airbus A319 von Alitalia. Easyjet gibt "Interessensbekundung" für Alitalia ab

    Alitalia fliegt nur noch wegen eines Staatskredits - nun macht die EU beim Verkauf Druck. Auch damit das Darlehen nicht in Gefahr gerät, geben Interessenten neue Angebote ab. Insgesamt gibt es drei Offerten.

    Vom 01.11.2018
  • Verwaltungsgebäude der Air Berlin am Flughafen Tegel. Medien: Air-Berlin-Kunden warten noch auf Millionen

    Air Berlin hat nach der Insolvenzanmeldung noch für rund 16 Millionen Euro Tickets verkauft. Die Rückzahlung an die Kunden geht laut "Capital" nur schleppend voran - was offenbar auch an ihnen selbst liegt.

    Vom 21.11.2018
  • Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann. Winkelmann: Air Berlin "litt" unter vielen AOCs

    Sechs AOCs habe Air Berlin zwischenzeitlich betrieben, berichtet der scheidende Chef Winkelmann und konstatiert: Das entfachte jahrelange Konflikte bei unterschiedlichen Arbeitsverträgen.

    Vom 19.11.2018

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus