Landesregierungen weiter unter Druck Air Berlin: Tegel soll länger öffnen

10.05.2012 - 14:52 0 Kommentare

Air Berlin drängt nach der geplatzten Eröffnung des Flughafens BER darauf, das Nachtflugverbot am Flughafen Tegel zu lockern. Es soll nur noch von Mitternacht bis 5.00 Uhr gelten.

Air-Berlin-Maschinen am Flughafen Berlin-Tegel - © © dpa - Bernd Von Jutrczenka

Air-Berlin-Maschinen am Flughafen Berlin-Tegel © dpa /Bernd Von Jutrczenka

Nach dem Debakel um die Eröffnung des Hauptstadtflughafens kommen auf die Anwohner des Berliner Flughafens Tegel möglicherweise neue Belastungen zu. Air Berlin als wichtigster Kunde drängt darauf, das Nachtflugverbot am Flughafen Tegel einzuschränken. Es soll nur noch von Mitternacht bis 5.00 Uhr gelten - so wie es auch am neuen Flughafen geplant ist.

Die Fluggesellschaften arbeiten nun daran, ihr größeres Angebot am überlasteten Flughafen Tegel unterzubringen. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn schrieb an Flughafenchef Rainer Schwarz: «Schon heute bitten wir Sie dringend zu prüfen, für diese Übergangsphase bei der Verlängerung von Tegel die Öffnungszeiten des Flughafens morgens und abends um je eine Stunde zu verlängern.» So könne die Drehkreuzstruktur für Umsteigeverbindungen ordnungsgemäß abgewickelt werden, heißt es in dem auf den 9. Mai datierten Brief, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Er werde sich bemühen, die verlängerte Öffnungszeiten «nicht exzessiv zu nutzen», versicherte Mehdorn. Zugleich kündigte er einen «notwendigen Dialog» mit dem Betreiber darüber an, wie mit den Mehrkosten umzugehen sei, die durch den geplatzten Termin entstehen.

Politische Aufarbeitung

Die Landesregierungen Berlins und Brandenburgs stehen derweil unter Druck. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft, wollte am Nachmittag im Abgeordnetenhaus eine Regierungserklärung darüber abgeben, warum die Eröffnung zum zweiten Mal verschoben werden musste. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) will eine Regierungserklärung abgeben - bei einer Sondersitzung des Landtags am 21. Mai.

Die kurzfristige Absage der Eröffnung am 3. Juni könnte auch ein Fall für die Rechnungshöfe werden. So ließe sich prüfen, wie sich der Aufsichtsrat von der Geschäftsführung über das Flughafen-Projekt informieren ließ, sagte der Präsident des Landesrechnungshofes Brandenburg, Thomas Apelt.

Geplatzt war die Eröffnung laut Betreiber, weil die Brandschutzanlage noch nicht reif für die Abnahme durch die Behörden sei. Das Zusammenspiel der Komponenten funktioniere noch nicht einwandfrei. Der TÜV Rheinland hat nach Informationen des «Berliner Kurier» (Donnerstag) und der «VDI nachrichten» bislang noch nicht einmal einen Termin, die Brandschutzanlage am Hauptstadtflughafen zu prüfen. Demnach ist die Anlage baulich noch nicht fertig. Ohne die TÜV-Testate kann der Landkreis Dahme-Spree die Anlage nicht abnehmen.

Einen neuen Eröffnungstermin gibt es noch nicht. Wowereit und Platzeck hatten am Dienstag gefordert, dass noch im August die ersten Maschinen vom Großflughafen abheben. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums mahnte am Donnerstag: «Es geht um einen realistischen und umsetzbaren Termin.» Air Berlin hatte am Mittwoch einen verlässlichen Termin nicht vor November verlangt. Flughafen-Chef Schwarz sprach sich gegen politisch gewünschte Termine aus, die technisch nicht machbar seien.

Von: dpa
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