Winterflugplan ausgedünnt

Air Berlin streicht Hamburg-Strecken

10.07.2012 - 16:18 0 Kommentare

Air Berlin will im Winterflugplan das Engagement am Flughafen Hamburg deutlich zusammenstreichen. Im Kampf um die Kosten streicht die Airline drei unrentable Verbindungen und macht auch die Luftverkehrsabgabe dafür verantwortlich.

Airbus A320 der Air Berlin am Flughafen Berlin-Tegel

Airbus A320 der Air Berlin am Flughafen Berlin-Tegel
© airliners.de - Oliver Pritzkow

Air Berlin am Flughafen Hamburg

Air Berlin am Flughafen Hamburg
© AirTeamImages.com - HAMFive

Air Berlin macht mit ihrem Sparprogramm auch vor großen Flughäfen nicht Halt. In Hamburg fallen zum Winterflugplan ab Oktober 38 Flüge weg. Wie die angeschlagene Airline am Dienstag mitteilte, sinkt die Zahl ihrer wöchentlichen Verbindungen in Hamburg von ursprünglich geplanten 220 auf 182. Betroffen seien die Ziele Karlsruhe, Barcelona und Zürich.

Ziel der Streichungen sei es, "die Produktivität zu steigern und das Netzwerk sowie die Flugzeugumläufe zu optimieren", so Air Berlin in einer Mitteilung. Die zusätzliche Belastung durch die Luftverkehrssteuer führe dazu, dass einige Verbindungen nicht mehr rentabel zu betreiben seien und daher komplett aus dem Winterflugplan gestrichen würden. Air Berlin habe acht Maschinen in Hamburg stationiert, daran ändert sich nach Angaben eines Sprechers nichts.

Notwendig würden die Streichungen vor allem durch die Luftverkehrssteuer. "Diese außerordentliche Belastung trifft nicht mehr nur die Regionalflughäfen, sondern mittlerweile auch größere Standorte", sagte Air-Berlin-CCO Paul Gregorowitsch. Auch an anderen Flughäfen fallen laut Air Berlin Flüge weg, so die Verbindungen Berlin-Münster, Sylt-Köln und Stuttgart-Mailand.

Insgesamt sinke die Kapazität bei Air Berlin im Rahmen des Effizienzsteigerungsprogramms "Shape & Size" um zwei Prozent verglichen mit dem Winterflugplan 2011/2012. In diesem Jahr verkleinert Air Berlin ihre Flotte um 18 Flugzeuge auf 152. Das Sparprogramm soll helfen, das Unternehmen mit 9.100 Beschäftigten wieder profitabel zu machen.

Vier verlustreiche Jahre in Folge haben den Schuldenberg bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft zum Geschäftsjahresende 2011 auf 813 Millionen Euro wachsen lassen. Der Börsenwert schmolz auf aktuell etwa 208 Millionen Euro.

Auswirkungen auf den Flughafen Hamburg unklar

Eine Hamburger Flughafensprecherin sagte, die von Air Berlin nun aufgegebenen Ziele seien attraktiv. Es geben bereits Interesse von anderen Fluggesellschaften. Zürich und Barcelona würden schon jetzt auch von anderen Anbietern von Hamburg aus angeflogen.

Die Auswirkungen auf den Hamburger Flughafen seien dennoch erheblich, heißt es derweil in der Hamburgausgabe der "Bild" am Dienstag. In einer internen Mitteilung der Hamburg Airport Gruppe, die "Bild" nach eigenen Angaben vorliegt, schreibe die Geschäftsführung: "Der Wegfall der Verbindungen bringt den Verlust von rund 500.000 Passagieren und 4000 Flügen pro Jahr mit sich." Als Folge sei ab 1. Juli ein Einstellungsstopp für die Hamburg Airport Gruppe beschlossen worden. "Weiterhin werden wir Projekte überprüfen und möglicherweise verschieben."

Von: dpa-AFX, dpa, dapd, airliners.de
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