Air Berlin wird weiter schrumpfen

06.07.2015 - 17:05 0 Kommentare

Deutschlands zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin wird ihre Flotte weiter verkleinern. Aber nicht nur das: Laut Airline-Chef Stefan Pichler stehen weitere Bereiche auf der Kippe.

Stefan Pichler, Chef der Fluggesellschaft Air Berlin - © © dpa - Stephanie Pilick

Stefan Pichler, Chef der Fluggesellschaft Air Berlin © dpa /Stephanie Pilick

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin verschärft bei ihrer Sanierung den Schrumpfkurs. Es gehe nicht um Größe, sondern um Gewinn, sagte Air-Berlin-Chef Stefan Pichler jetzt bei einer Luftfahrt-Veranstaltung in Frankfurt. Die rund 140 Maschinen starke Flotte werde nach dem Abgang von sieben Jets im vergangenen Jahr voraussichtlich auch 2015 weiter verkleinert. Auf der Kippe sieht der im Februar angetretene Pichler zudem die eigene Flugzeugwartung und flugfremde Abteilungen wie die Personalverwaltung.

Air Berlin hatte im vergangenen Jahr einen Rekordverlust eingefahren. Seit 2011 summierte sich das Minus auf mehr als eine Milliarde Euro. Seit dem Abgang von Air-Berlin-Gründer Joachim Hunold ist Pichler bereits der dritte Chef, der die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft in die Gewinnzone bringen soll. Die Lufthansa-Rivalin hält sich seit Jahren nur noch dank Finanzspritzen ihrer Großaktionärin Etihad Airways in der Luft. Erst für das kommende Jahr rechnet Pichler wieder mit einem operativen Gewinn.

Pichler will sich an Vueling orientieren

Als Vorbild bezeichnete der Manager den spanischen Billigflieger Vueling. Die Schwestergesellschaft von British Airways und Iberia fliegt mit jeder ihrer Maschinen jährlich im Schnitt rund eine Million Euro Gewinn ein.

© Air Berlin, Lesen Sie auch: Air-Berlin-Chef Pichler: Sanierung ist "letzter Schuss"

Im Preiskampf mit Ryanair und Easyjet will der Manager nun das billigere Personal der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki stärker nutzen, um Flüge anzubieten. Das gelte auch für die Luftfahrtgesellschaft Walter, die mit Air Berlin kooperiert. "Wo können wir wie operieren?" sei künftig eine wichtige Frage, die im Unternehmen mit allen Berufsgruppen und nicht als "Klassenkampf" diskutiert werden müsse.

Jeder wird Opfer bringen müssen.

Stefan Pichler, CEO Air Berlin

Die neue Lufthansa-Billigmarke Eurowings treibt Pichler jedoch keine Sorgenfalten auf die Stirn. Eurowings soll zwar zu rund 40 Prozent geringeren Betriebskosten unterwegs sein als die Jets der Muttergesellschaft mit dem Kranichlogo. Air Berlin liege bei den Stückkosten allerdings schon jetzt darunter, sagte Pichler.

Unterdessen könnten die Tage von Air Berlins eigener Techniksparte gezählt sein. Das Geschäft sei nicht groß genug und lasse sich zusammen mit Partnern rund um die arabische Fluglinie Etihad wahrscheinlich rentabler betreiben, sagte Pichler. Die Jobs stünden dabei nicht auf dem Spiel, sondern würden in den möglichen Kooperationen aufgehen.

Von: airliners.de, dpa
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