Air Berlin bereitet Sorgen am Flughafen Stuttgart

Starke regionale Wirtschaft, neue Airlines mit neuen Verbindungen - für den Stuttgarter Flughafen lief das Jahr 2017 bisher gut. Es soll weiter aufwärtsgehen. Doch es gibt einen großen Unsicherheitsfaktor.

Maschinen verschiedener Airlines am Flughafen Stuttgart - © © Flughafen Stuttgart -

Maschinen verschiedener Airlines am Flughafen Stuttgart © Flughafen Stuttgart

Der Stuttgarter Flughafen hofft, seine robuste Passagier-Entwicklung angesichts der Krise der Großkundin Air Berlin bis zum Jahresende halten zu können. Von Januar bis Juni nutzten 2,5 Prozent mehr Reisende als im ersten Halbjahr 2016 den Airport, berichtete jetzt der Chef der Geschäftsführung, Walter Schoefer. Insgesamt waren es rund 4,9 Millionen Fluggäste - "eine sehr erfreuliche Entwicklung, weil wir mit Nullwachstum gerechnet hatten". Alles Weitere hänge aber auch davon ab, wie sich Air Berlin neu aufstelle und der Markt darauf reagiere.

"Wir bedauern, dass sie in Stuttgart zurückgegangen ist", sagte Schoefer zu der Airline, die im Streckennetz Routen einspart, viele Maschinen verleast und zuletzt nur dank Finanzspitzen des arabischen Großaktionärs Etihad in der Luft bleiben konnte. Der hiesige Anteil liege nun bei weniger als zehn Prozent, vorher sei er deutlich höher gewesen. Das Minus habe mit anderen Partnern jedoch "überkompensiert" werden können - etwa der Lufthansa-Tochter Eurowings, der skandinavischen SAS, der polnischen LOT oder der portugiesischen TAP.

Andere Airlines sollen Air-Berlin-Kürzungen auffangen

Der Blick ins zweite Halbjahr falle auch wegen der schwierigen Lage bei Air Berlin nur "verhalten optimistisch" aus, erklärte der Flughafen-Chef. Er rechne damit, dass es gelingen könne, die Gesamtzahl der Passagiere leicht über das Niveau des Vorjahres (10,6 Millionen) zu heben. Man spreche mit anderen Airlines, die Kürzungen im Air-Berlin-Netz auffangen könnten. "Es würde für uns nicht bruchfrei funktionieren, wenn sie aus dem Markt gehen müsste."

Ob es schon bald neue Verbindungen von und nach Stuttgart gibt, wollte Schoefer nicht sagen. Dazu liefen derzeit Verhandlungen. Denkbar sei ein wieder "dichteres Netz" etwa zu Zielen in Italien oder Kroatien. Das Angebot des Billigfliegers Ryanair ins englische Manchester werde gut nachgefragt, man sei hier "sehr zufrieden mit der Geschäftsentwicklung". Die Krise im Türkei-Tourismus sei spürbar, doch kurzfristige Buchungen zu niedrigen Preisen liefen weiterhin.

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Die Zahl einzelner Starts und Landungen nahm am Airport Stuttgart seit Jahresbeginn um 3,5 Prozent ab. Dahinter stehe vor allem aber eine bessere Auslastung der Maschinen. Die Luftfracht legte um 23,4 Prozent zu. Das geplante vierte Terminal könnte nach Schätzung Schoefers 2024 oder 2025 fertig sein.

Von: ch, dpa

Datum: 05.07.2017 - 17:06

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