Air Berlin soll angeblich GmbH werden - Etihad will aufstocken

24.03.2014 - 07:28 0 Kommentare

Air Berlin könnte einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge in eine GmbH umgewandelt werden - und damit nicht mehr an der Börse vertreten sein. Etihad könnte ihre Anteile deutlich aufstocken.

Stewardessen von Air Berlin und Etihad Airways. - © © dpa - Bernd Settnik

Stewardessen von Air Berlin und Etihad Airways. © dpa /Bernd Settnik

Seit der Verschiebung der Bilanzvorlage vor einigen Tagen gibt es Spekulationen darüber, wie es bei Air Berlin weitergeht. Spekuliert wird, die arabische Fluggesellschaft Etihad als Großaktionär versuche, über eine neue Struktur mehr Einfluss auf die kriselnde Airline zu bekommen. Etihad kann seinen 29-Prozent-Anteil nicht einfach aufstocken, ohne dass Verkehrsrechte in Europa verloren gehen.

Den neuen Berichten zufolge soll das Unternehmen, derzeit eine britische Public Limited Company (PLC), eine deutsche Rechtsform bekommen und voraussichtlich von einer Aktiengesellschaft in eine GmbH umgewandelt werden. Etihad-Vorstandschef James Hogan suche den "Rückhalt" der Bundesregierung für die mehr als 100 Millionen Euro teure Aktion, berichtet die "Wirtschaftswoche" und beruft sich auf Air-Berlin-Kreise. Etihad strebe eine Aufstockung der Anteile auf 49,9 Prozent an.

Dass die angeschlagene Fluglinie einen Neustart mit frischem Kapital und einer veränderten Gesellschafterstruktur vorbereitet, berichtete auch schon das «Manager Magazin Online». Mit der neuen Struktur wollten sie sich mehr Durchgriff verschaffen, ohne den Anteil über die kritische Grenze von 30 Prozent zu erhöhen. Die Airline könnte sogar in zwei Teile aufgepalten werden. Ab der Schwelle von 30 Prozent müsste das Unternehmen ein Übernahme-Pflichtangebot an alle Aktionäre machen.

Auf die Gerüchte reagierte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) besorgt. "Für die Aktionäre wäre das eine absolute Frechheit", sagte Sprecher Michael Kunert der Nachrichtenagentur dpa. Viele Aktionäre hätten wegen Missmanagements bei Air Berlin viel Geld verloren. Die Air-Berlin-Aktie war vor acht Jahren für zwölf Euro pro Stück an die Börse gekommen, aktuell pendelt sie um zwei Euro.

Air Berlin steckt schon seit Jahren in Schwierigkeiten und hat inzwischen das zweite Sparprogramm gestartet. Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer und Finanzchef Ulf Hüttmeyer hatten trotzdem schon im November einen Verlust für 2013 angekündigt - es wäre das fünfte Negativ-Ergebnis in sechs Jahren. Damals hieß es, Air Berlin arbeite an weiteren Sondererlösen. Schon 2012 hatte sich die Airline durch den Verkauf ihres Vielfliegerprogramms überraschend in die Gewinnzone gerettet.

Air Berlin wollte auch am Sonntag Spekulationen nicht kommentieren. Erneut hieß es: "Wir führen derzeit fortgeschrittene Gespräche über Optionen, die im Fall ihrer Umsetzung einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft haben werden."

Von: dpa, airliners.de
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