Lufthansa zeigt Interesse an Air-Berlin-Übernahme

05.05.2017 - 15:43 0 Kommentare

Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann sich vorstellen, dass sein Konzern die angeschlagene Air Berlin komplett übernimmt. Die kartellrechtlichen Probleme seien "lösbar". Das Schuldenproblem der Airline müsste Großaktionärin Etihad lösen.

Flugzeuge der Lufthansa und der Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen. - © © dpa - Federico Gambarini

Flugzeuge der Lufthansa und der Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen. © dpa /Federico Gambarini

Die Lufthansa zeigt immer stärkeres Interesse, ihren nationale Konkurrentin Air Berlin komplett zu übernehmen. Konzernchef Carsten Spohr sieht allerdings den Air-Berlin-Großaktionär Etihad in der Pflicht, Air Berlin zuvor zu entschulden.

Die Schuldenfrage kann nur Abu Dhabi lösen.

Carsten Spohr, Lufthansa-Chef

Das sei auch den dortigen Verantwortlichen klar. Spohr hatte am vergangenen Montag im Gefolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Gespräche in dem Emirat geführt.

Kartellrechtliche Probleme "lösbar"

Etihad hat zugesichert, Air Berlin bis November 2018 weiter zu unterstützen. Erst in der vergangenen Woche überwies die Golf-Airline einen dreistelligen Millionenbetrag an die Berliner.

Die kartellrechtlichen Probleme bei einer Übernahme von Air Berlin bezeichnete Spohr als "lösbar". Schließlich hätten in der Vergangenheit auch British Airways und Air France kleinere nationale Konkurrenten (British Midland beziehungsweise Air Inter) übernehmen dürfen. Die Lösung der kartellrechtlichen Probleme liege klar in der Verantwortung der Lufthansa.

Spohr zeigte sich zufrieden, dass die Berliner mit der Air Berlin Aeronautics GmbH eine zweite Fluggesellschaft gründen, in welche die 38 bereits an die Lufthansa vermieteten Jets verlagert werden könnten. Diese Konstruktion sei aber erst im Herbst funktionsfähig, sagte Spohr.

© dpa, Kay Nietfeld Exklusiv: Air Berlin gründet eine neue Airline

In der vergangenen Woche musste Air Berlin einen Rekordverlust von rund 782 Millionen Euro melden und die Summe seiner Schulden weiter nach oben korrigieren. Airlinechef Thomas Winkelmann sucht aktuell nach neuen Partnern für Air Berlin.

Lob für Winkelmanns Strategie

Der Manager, der zuvor Chef bei der Lufthansa-Tochter Germanwings war, habe bereits die richtigen Stellschrauben zur Kostenreduzierung genannt, meinte Spohr. Dazu gehörten bessere Leasingverträge für die Jets und Einsparungen bei den zu hohen Gebühren, die bei Ticketverkäufen über die globalen Buchungssysteme anfallen.

Die verbliebene Air Berlin mit noch 75 Jets könnte nach den Plänen in die Lufthansa-Billigtochter Eurowings integriert werden. Sie sei schon jetzt der Wachstumstreiber im Konzern und werde bis zum Jahresende 160 Flugzeuge umfassen, kündigte Spohr an. 2018 soll die bislang noch defizitäre Airline dann in die Gewinnzone fliegen.

Von: cs, dpa-AFX
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