Austrian-Chef fordert "globales Denken" in Air-Berlin-Diskussion

07.09.2017 - 12:26 0 Kommentare

Austrian-Airlines-Chef Kay Kratky schaltet sich in die Diskussion um die Air-Berlin-Aufteilung ein. Monopol-Befürchtungen seien "absurd" und "zu kurz gedacht". Auch Austrian will einen Teil vom Kuchen.

Austrian-Airlines-Chef Kay Kratky. - © © Austrian Airlines -

Austrian-Airlines-Chef Kay Kratky. © Austrian Airlines

Austrian-Airlines-Chef Kay Kratky hat Befürchtungen vor einer drohenden Monopolisierung, falls die Lufthansa Group die Konkurrentin Air Berlin übernimmt, eine Absage erteilt. Die Warnungen, dass sich der Wettbewerb im Luftverkehr auflösen würde, bezeichnete er bei einem Luftfahrtsymposium in Wien "absurd".

"Wir dürfen da keine nationale Brille aufsetzen, sondern müssen europäisch und global denken." Ein starkes Drehkreuz brauche zumindest zwei starke Partner - neben dem Flughafen selbst sei eine "gewisse Marktplatzierung" des Home-Carriers nötig.

Lufthansa will große Air-Berlin-Teile übernehmen

Der Austrian-Mutterkonzern hatte in der vergangenen mit einem "Termsheet" bekräftigt, einen Teil der insolventen Konkurrentin übernehmen zu wollen. Um welche Air-Berlin-Stücke es sich handelt, ist bislang nicht bekannt.

Medien spekulierten, dass der Kranich 90 Flugzeuge mitsamt Routen von Air Berlin übernehmen will. Dadurch besteht laut Verkehrsexperten zumindest auf innerdeutschen Strecken die Gefahr für Monopolstrecken.

© AirTeamImages.com, TT Lesen Sie hierzu: Auf diesen Air-Berlin-Strecken droht ein Lufthansa-Monopol Analyse

Kratky betonte gleichzeitig, dass auch Austrian Airlines einen Teil der Air Berlin betreiben könnte. "In Wien ist noch Platz." Fünf der von Air Berlin an den Kranich-Konzern wetverleasten 38 Maschinen heben für Austrian ab. Vor Kurzem dachte die österreichische Airline öffentlich darüber nach, die Flugzeuge zu übernehmen.

"Wir brauchen einen langfristigen Plan. Wenn sich am Weg etwas ergibt, nehmen wir das natürlich sehr gerne mit." Immerhin handele es sich beim Verkauf des insolventen Carriers "um keine kleine Transaktion".

Wie die Würfel fallen, müssen wir abwarten.

Kay Kratky, Chef von Austrian Airlines

Hinsichtlich des aktuellen Pokers um die ehemals zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands forderte Kratky von allen Beteiligen die gebotene Ruhe. Man müsse mit aller Sorgfalt schauen, wie die bislang gedachten Szenarien real umgesetzt werden können. "Die Zeit müssen wir uns nehmen."

Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, dass die Lufthansa Group bereits für den 26. September eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen hat. Fünf Tage vorher tagt der Gläubigerausschuss und könnte die Zerschlagung der ehemaligen Kranich-Konkurrentin beschließen.

Von: cs
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