Air Berlin startet mit weniger Passagieren ins Restrukturierungsjahr

23.02.2017 - 15:40 0 Kommentare

Air Berlin ist mit weniger Passagieren ins Jahr gestartet. Rund drei Prozent weniger Passagiere und eine schlechtere Auslastung hatten Anfang des Jahres noch wenig mit den Umstrukturierungen zu tun.

Eine Flugbegleiterin der Air Berlin.  - © © dpa - Caroline Seidel

Eine Flugbegleiterin der Air Berlin. © dpa /Caroline Seidel

Zwei Wochen später als angekündigt hat Air Berlin jetzt die Passagierzahlen für Januar veröffentlicht. 1,52 Millionen Fluggästen beförderte Deutschlands zweitgrößte Fluglinie demnach im Januar - drei Prozent weniger als im Januar 2016. Die Auslastung der Maschinen verschlechterte sich von rund 81 auf 77 Prozent.

Aufgrund der derzeitigen Restrukturierung seien die Kennzahlen für Januar nicht mit den Vorjahreszahlen vergleichbar, schreibt Air Berlin in der Ausweisung, die eigentlich bereits für den 9. Februar angekündigt war. Dabei verweist die Fluggesellschaft auf die Restrukturierung und die Neuausrichtung zu einem Netzwerk-Carrier mit reduzierter Kernflotte.

Operative Neuausrichtung läuft seit Februar

Im Januar war Air Berlins Flugangebot allerdings noch ähnlich groß wie ein Jahr zuvor. Die Neuausrichtung der seit Jahren in der Krise steckenden Airline war Ende September verkündet worden. Seit Februar vermietet Air Berlin einen Teil ihrer Flotte samt Besatzung schrittweise an den Lufthansa-Konzern. Dieser setzt die Maschinen vor allem bei seiner Billigmarke Eurowings ein.

Diese Statistik zeigt die Sitzauslastung und die Passagierzahlen der Air Berlin vom Januar 2016 bis Januar 2017.

Ihr Touristikgeschäft will Air Berlin im Zuge der Trennung von ihrer österreichischen Tochter Niki in ein neues Bündnis mit dem Tui-Ferienflieger Tuifly einbringen. Dieser Schritt verzögert sich aber und wird nicht vor dem Herbst erwartet.

Im Rahmen ihrer neuen Premium-Netzwerk-Carrier-Strategie will Air Berlin selbst mit einer um die Hälfte geschrumpften Kernflotte mehr Frequenzen aus europäischen Metropolen zu den Hubs in Berlin und Düsseldorf anbieten. Dort sieht die Neupositionierung mehr Langstrecken vor. Um die neuen Transatlantikrouten bedienen zu können, wird Air Berlin zum Sommer sogar drei zusätzliche Langstreckenflugzeuge einflotten.

© AirTeamImages.com, Paul Paulsen Lesen Sie auch: Air Berlin stockt ihre Langstreckenflotte auf

Derweil muss Air Berlin weiter mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen. Bis Anfang März muss Air Berlin eine 140-Millionen-Euro-Anleihe auszahlen. Ein Angebot zum Tausch gegen eine höher verzinste, dafür aber bis März 2019 laufende Anleihe nahmen zuletzt nur wenige Anleger an.

Von: dh mit dpa
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