Air Berlin verkauft ihre Tochter Niki an Etihad

05.12.2016 - 13:48 0 Kommentare

Air Berlin verkauft ihre österreichische Tochter Niki an die arabische Etihad - und zwar für 300 Millionen Euro. Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Ferienflieger mit Tuifly wird gleichzeitig ein Vertrag beendet.

Die österreichische Niki ist eine Tochter der deutschen Air Berlin. - © © Niki -

Die österreichische Niki ist eine Tochter der deutschen Air Berlin. © Niki

Der Umbau von Air Berlin und die geplante Verschmelzung der Touristiksparte mit Tuifly kommen voran. Air Berlin entschied jetzt, die österreichische Tochter Niki für 300 Millionen Euro an Etihad zu verkaufen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Verkauf steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der nötigen behördlichen Genehmigungen.

Im Zuge der geplanten Transaktion soll die Etihad Investment Holding Company LLC, eine Tochterfirma der Etihad Aviation Group, die Air-Berlin-Anteile übernehmen. Letztere würden nach dem abgeschlossenen Deal sofort in die neue Airline eingebracht, teilte Etihad mit.

Laut Air Berlin beinhaltet der Deal noch zwei weitere Dinge: So wird die Wet-Lease-Vereinbarung, in deren Rahmen derzeit noch 14 Tuifly-Maschinen für Air Berlin unterwegs sind, beendet. Im Gegenzug wird Air Berlin ihre Slots für Verbindungen auf die Kanarischen Inseln und nach Madeira, Nordafrika und der Türkei an die österreichische Airline übertragen.

Air-Berlin-Chef: "Verbessern finanzielle Situation"

Die Tuifly-Mutter Tui und die Air-Berlin-Großaktionärin Etihad aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hatten Anfang Oktober Pläne für die Gründung eines neuen Ferienfliegers vorgestellt. Tui hat das Vorhaben erst vor Kurzem gebilligt.

© dpa, Lesen Sie auch: So soll Tuifly mit dem Air-Berlin-Touristikteil verschmelzen

Air Berlin ist an dem neuen Konstrukt nicht mehr beteiligt, weder operationell noch finanziell. Air-Berlin-Chef Stefan Pichler stellte zum Verkauf der Niki fest: "Mit dieser Transaktion vereinfachen wir unser Geschäftsmodell, machen uns unabhängiger von saisonalen Flugzielen und verbessern unsere finanzielle Situation."

Neue Airline sitzt in Wien

Während Air Berlin die Touristik damit aufgibt, wachsen Tuifly und Niki zu einer neuen österreichischen Ferienfluggesellschaft mit einer Gesamtflotte von gut 60 Flugzeugen zusammen - rund 40 Flugzeuge davon stellt Tuifly, weitere 20 kommen von Niki.

Sitz der neuen Airline wird Wien. Der Betrieb soll im Sommer 2017 aufgenommen werden. Dann will die neue Fluggesellschaft Direktflüge zu den Hauptzielen im europäischen Tourismusmarkt anbieten.

Laut Etihad-Angaben hält die arabische Airline selbst 25 Prozent der Anteile an dem Joint-Venture, die Tui AG 24,8 Prozent. Die übrigen 50,2 Prozent hält die bestehende Niki-Stiftung. Etihad betonte bei dem jetzt bekannt gewordenen Verkauf von Niki: Man werde die Airline "weder langfristig kontrollieren noch übernehmen".

© Niki, Lesen Sie auch: So könnte Air Berlin von Etihad Geld für Niki bekommen

Die Transaktion ist Teil des Umbaus bei Air Berlin. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft schreibt - mit Ausnahme eines kleinen Gewinns im Jahr 2012 - seit 2008 rote Zahlen. Nun soll Air Berlin aufgespalten werden. Mit nur noch 75 Maschinen soll sie sich künftig auf den Netzwerkverkehr auf der Kurz- und Langstrecke konzentrieren.

Die Veräußerung des touristischen Geschäfts an Tui und Etihad ist dabei allerdings nur ein Teil des großen Plans: Gleichzeitig sollen 40 weitere Flugzeuge samt Personal an den Lufthansa-Konzern vermietet werden, der sie vor allem bei seiner Billigtochter Eurowings einsetzen will. Die Verhandlungen dazu laufen aber noch.

Von: ch, dh, AFP, dpa
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