Töchtern der Air Berlin stehen große Veränderungen ins Haus

29.09.2014 - 17:25 0 Kommentare

Neues von den Töchtern der Air Berlin: Während sich die österreichische Niki vom Thema Leiharbeit verabschiedet, sollen die Beschäftigten der schweizerischen Belair kräftig sparen. Sonst droht ein radikaler Schnitt.

Leitwerke von Air Berlin und Niki - © © Air Berlin -

Leitwerke von Air Berlin und Niki © Air Berlin

Jetzt ist es soweit: Für die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki ist ein Kollektivvertrag ausgehandelt worden. Danach wechseln zum 1. Januar Hunderte Leiharbeiter zu Niki, berichtete der ORF. Rund 700 der 900 Beschäftigten der Fluggesellschaft sind derzeit noch über die Leiharbeitsfirma Labour Pool angestellt. Durch einen Betriebsübergang werden ab Jahreswechsel laut Kollektivvertrag Niki-Mitarbeiter.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres war eine Anstellung der Leiharbeiter ab 2014 angekündigt worden. Aufgrund rechtlicher Details sei es aber zu Verzögerungen gekommen, berichtete der ORF unter Berufung auf einen Gewerkschaftsvertreter.

Belair-Beschäftigte sollen Millionen-Summe einsparen

Während die Entwicklung bei Niki von Betriebsrat und Gewerkschaft als Erfolg bezeichnet wird, haben die Beschäftigten von schweizer Belair andere Sorgen. Ihnen wurde unlängst durch die Air-Berlin-Führung eröffnet, dass sie entweder unter anderem beim Gehalt kräftige Abstriche hinnehmen müssen oder die schweizerische Airline im extremsten Fall ganz dicht gemacht wird. Insgesamt sollen laut einer Präsentation jährlich rund acht Millionen Euro eingespart werden. Erreicht werden soll dies unter anderem mit Lohnkürzungen zwischen zehn Prozent beim Kabinen- und Bodenpersonal und 20 Prozent in der Chefetage. Zudem wird jeder zehnte der 80 Belair-Piloten in die kategorie "Überbestand" eingestuft.

Nach Berechungen von Belpers, der Belair-Pilotenvereinigung, stimmen die genannten Zahlen nur mit dem Idealfall, nicht aber mit den realen Arbeitsbedingungen der Cockpit-Besatzungen überein. Belpers befürchtet hingegen Gehaltsverschlechterungen um 30 Prozent und mehr.

Zur Belair-Flotte gehören derzeit acht Flugzeuge. Dabei handelt es sich um zwei A319 und sechs A320. Seit 2009 ist die Airline eine vollständige Tochter von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin. Zuvor gab es bereits ab 2007 eine strategische Partnerschaft inklusive 49-Prozent-Beteiligung.

An der österreichischen "NIKI Luftfahrt GmbH" ist Air Berlin seit 2004 beteiligt. Seit 2011 gehört die Fluggesellschaft mit Sitz in Wien mehrheitlich zu Air Berlin und fliegt heute im Auftrag der deutschen Airline. Zur Flotte gehören 16 Flugzeuge der A320-Familie und sieben Embraer-Regionaljets.

Von: airliners.de
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Air Berlin will ihre Tochter Niki verkaufen. Kebekus über Niki: Lufthansa-Deal oder Konkurs

    Die Übernahme von LGW und Niki durch Lufthansa hängt aktuell in Brüssel fest. Air-Berlin-Generalbevollmächtigter Kebekus sieht darin eine große Gefahr für den österreichischen Carrier: "Der Konkurs-Antrag liegt schon auf der Fensterbank."

    Vom 08.12.2017
  • Flugzeug von Easyjet: Kommt nächsten Dienstag schon das OK aus Brüssel? Air-Berlin-Deal von Easyjet bekommt wohl EU-Okay

    Während Lufthansa noch um die EU-Genehmigung für den Kauf von Air-Berlin-Teilen bangen muss, bekommt Easyjet offenbar schon in der nächsten Woche das OK der Kommission. Indes werden Details zum Kranich-Verzicht bekannt.

    Vom 05.12.2017
  • Europaflaggen vor dem Berlaymont-Gebäude in Brüssel EU-Kommission will Lufthansa-Deal länger prüfen

    Die EU-Kommission verlängert die Prüfung großer Teile der Air Berlin durch Lufthansa um zwei Wochen: Offenbar will der Konzern einige Slots abgeben. Indes bringen sich Interessenten, die kurzfristig bei Niki einspringen könnten, in Stellung.

    Vom 01.12.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus