Air-Berlin-Mitarbeiter fordern Weiterbeschäftigung

22.11.2017 - 17:17 0 Kommentare

In der Hauptstadt demonstrieren tausende Mitarbeiter der Air Berlin dafür, dass die Übernahmen durch Easyjet und vor allem Lufthansa rechtlich einen Betriebsübergang darstellen und sie somit weiter beschäftigt werden. Bislang werden nur wenige direkt übernommen.

In Berlin haben hunderte Air-Berlin-Mitarbeiter für ihre Weiterbeschäftigung protestiert.

In Berlin haben hunderte Air-Berlin-Mitarbeiter für ihre Weiterbeschäftigung protestiert.
© dpa

Die Demonstration begann um 14 Uhr am Berliner Hauptbahnhof.

Die Demonstration begann um 14 Uhr am Berliner Hauptbahnhof.
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Die Mitarbeiter fordern, dass gerade die Übernahme durch Lufthansa als Betriebsübergang gemäß Paragraf 613a BGB anerkannt wird.

Die Mitarbeiter fordern, dass gerade die Übernahme durch Lufthansa als Betriebsübergang gemäß Paragraf 613a BGB anerkannt wird.
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Die demonstrierenden Mitarbeiter verliehen ihrem Unmut zudem mit selbstgestalteten Plakaten Ausdruck.

Die demonstrierenden Mitarbeiter verliehen ihrem Unmut zudem mit selbstgestalteten Plakaten Ausdruck.
© dpa

Bei der Abschlusskundgebung vor dem Kanzleramt sprach Linken-Politiker Gregor Gysi.

Bei der Abschlusskundgebung vor dem Kanzleramt sprach Linken-Politiker Gregor Gysi.
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Mehrere hundert Beschäftigte von Air Berlin haben in Berlin eine Weiterbeschäftigung durch die Käufer der insolventen Airline gefordert. Vor dem Bundeskanzleramt reckten sie Transparente mit dem entsprechenden Paragrafen des Bürgerlichen Gesetzbuches und Schriftzüge wie "Air-Berliner fordern Betriebsübergang" in die Luft.

Sie kritisierten damit, dass die meisten Mitarbeiter sich bei den Käufern Lufthansa und Easyjet neu bewerben müssen, was teils große Einbußen bedeutet. Am Hauptbahnhof ließen die Demonstranten rote Luftballons aufsteigen, die Abwicklung der Airline nannten sie einen Skandal.

Air Berlin hatte rund 8000 Beschäftigte. Bis zu 1000 Arbeitsplätze bietet Easyjet für ehemalige Air Berliner an. Der britische Billigflieger übernimmt einen Großteil des Engagements der Pleite-Airline am Berliner Flughafen Tegel – ab Januar will Easyjet durch sukzessive wachsen.

Lufthansa Group bietet 3000 Arbeitsplätze

Den größeren Teil will die Lufthansa Group kaufen. Dabei geht es um die Air-Berlin-Töchter LGW und Niki, die dann für Eurowings abheben sollen. Deren rund 1700 Beschäftigte übernimmt der Kranich-Konzern direkt. Weitere 1300 Arbeitsplätze sind für Neubewerbungen von Air Berlinern offen.

Doch gerade für das fliegende Personal bedeutet dies herbe Einbußen. Mit den Gewerkschaften Verdi und Ufo einigte sich Eurowings zwar auf Tarifverträge für Kabinenmitarbeiter. Die Piloten müssen aber in Österreich angestellt werden, da eine Tarifeinigung mit der Vereinigung Cockpit scheiterte.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Air-Berlin-Mitarbeiter bei Eurowings: In die (Tarif-) Flucht geschlagen Aviation Management

Von: cs, dpa-AFX
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