Air-Berlin-Mitarbeiter fordern Transfergesellschaft

16.10.2017 - 16:57 0 Kommentare

Mit einer Protestaktion haben Air-Berlin-Beschäftigte auf ihre Lage aufmerksam gemacht. Etwa 300 Angestellte beteiligten sich in Berlin an einer "aktiven Mittagspause". Derweil gibt es Jobmessen und ein Arbeitsamtbüro am Air-Berlin-Stammsitz.

Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin protestieren bei einer Verdi-Protestaktion am 16.10.2017 in Berlin.  - © © dpa - Maurizio Gambarini

Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin protestieren bei einer Verdi-Protestaktion am 16.10.2017 in Berlin. © dpa /Maurizio Gambarini

Mit einer von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi organisierten Protestaktion haben Beschäftigte der insolventen Air Berlin auf ihre unsichere Zukunft aufmerksam gemacht.

Auf Schildern forderten die Mitarbeiter im Rahmen einer "aktiven Mittagspause" an der Unternehmenszentrale in Berlin-Tegel von ihrem Arbeitgeber und den Investoren "soziale Verantwortung" und drängten die Beteiligten zur Gründung einer Transfergesellschaft.

Die Mitarbeiter könnten nach Angaben der Gewerkschaft ein Bewerbungstraining absolvieren oder andere Zusatzqualifikationen bekommen und so Zeit gewinnen, sagte ein Verdi-Sprecher. Air Berlin, Lufthansa und weitere Investoren müssten dafür Gelder zur Verfügung stellen.

Air Berlin geht zu großen Teilen an die Lufthansa. Sie übernimmt die nicht insolventen Tochterbetriebe Niki und Luftfahrtgesellschaft Walter. Mit Easyjet laufen Verhandlungen zur Übernahme von Teilen der Operations am Flughafen Tegel. Die Zukunft eines Großteils der mehreren tausend Mitarbeiter ist indes ungewiss.

Jobmessen und Arbeitsamt am Air-Berlin-Stammsitz

Bereits am vergangenen Freitag kamen einige hundert Mitarbeiter zu einer Jobmesse, auf der sich die Lufthansa-Konzerntochter Eurowings präsentierte. Nach Air-Berlin-Angaben wurden 1000 offene Positionen angeboten, für fliegendes Personal, aber auch für die Verwaltung.

Bis zu 3000 Air-Berlin-Beschäftigte sollen im Lufthansa-Konzern Arbeit finden, vor allem bei der Billigtochter Eurowings. Gut die Hälfte davon muss sich aber neu bewerben - was Gehaltseinbußen bedeuten könnte. Die Gewerkschaft Verdi forderte Lufthansa daher zu Tarifverhandlungen auf, in denen der Übergang der Beschäftigten geregelt wird.

Derweil hat auch die Bundesagentur für Arbeit ein Büro in der Zentrale der insolventen Air Berlin eröffnet. Dort können sich Mitarbeiter der Fluggesellschaft arbeitssuchend melden. Für Donnerstag ist zudem eine Jobmesse vor Ort geplant, dieses Mal mit dem Berliner Senat. Präsentieren sollen sich dort die allgemeine Verwaltung, Polizei, Feuerwehr, Bürgerämter, das Landesflüchtlingsamt, der IT-Dienstleister des Landes, Bildungseinrichtungen und der Justizdienst.

Von: dh mit dpa, AFP
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