Kursabschlag an der Börse

Air Berlin meldet operativen Verlust

27.01.2011 - 14:46 0 Kommentare

Air Berlin hat im vergangenen Jahr im operativen Geschäft einen "einstelligen Millionenverlust" erwirtschaftet. Das Unternehmen machte dafür das Winterwetter sowie den spanischen Fluglotsenstreik verantwortlich. Analysten reagierten enttäuscht und schickten die Aktie auf Talfahrt.

Leitwerk einer Boeing 737-700 der Air Berlin - © © Air Berlin -

Leitwerk einer Boeing 737-700 der Air Berlin © Air Berlin

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin ist im vergangenen Jahr operativ in die Verlustzone gesackt. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) dürfte nach vorläufigen Daten ein Ergebnis «im negativen einstelligen Millionenbereich» erzielt worden sein, teilte das Unternehmen in einer Börsen-Pflichtmitteilung am Mittwochabend mit.

Hintergrund seien Sondereinflüsse im November und Dezember, vor allem heftiges Winterwetter und ein Fluglotsenstreik in Spanien. Mitte November hatte Air Berlin einen operativen Verlust im vierten Quartal angedeutet, aber die Prognose bekräftigt, dass das Ebit 2010 höher ausfallen sollte als 2009 mit 28,5 Millionen Euro. Für die Air-Berlin-Papiere ging es daraufhin bei Lang & Schwarz (L&S) bis 8.45 Uhr um 3,59 Prozent auf 3,63 (Xetra-Schluss: 3,760) Euro nach unten.

Entsprechend negativ fiel die Marktreaktion aus. "Sicher hat der harte Winter das Geschäft belastet", sagte ein Börsianer. "Das Air Berlin aber so weit daneben liegt, ist eine herbe Enttäuschung." Immerhin habe der Konsens der Analystenschätzungen bislang bei einem EBIT von 41 Millionen Euro gelegen.

Commerzbank-Analyst Johannes Braun kündigte nach der Gewinnwarnung eine Senkung seiner Schätzungen sowie seines bislang bei 3,70 Euro liegenden Kurszieles an. Die Nachricht wertet auch er als sehr negativ, zumal die Warnung "recht spät und unerwartet" gekommen sei. Sein Votum beließ er zunächst auf "Hold".

Das endgültige wirtschaftliche Ergebnis für das Jahr 2010 sowie den vollständigen Jahresbericht veröffentlicht Air Berlin PLC am 24. März.

Von: dpa, dpa-AFX
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