Air Berlin profitiert von Lufthansa-Pilotenstreiks

20.10.2014 - 15:56 0 Kommentare

Die mittlerweile achte Streikwelle der Lufthansa-Piloten beschert der Konkurrenz mehr Geschäft. Von dem aus Kundensicht ungewöhnlich harten Streik-Staffellauf von Piloten und Lokführern profitiert dabei nicht nur Air Berlin.

Passagiere auf dem Flughafen in Stuttgart. - © © dpa - Inga Kjer

Passagiere auf dem Flughafen in Stuttgart. © dpa /Inga Kjer

Die Lufthansa- und Germanwings-Piloten der Vereinigung Cockpit sowie streikwillige Lokführer der Deutschen Bahn machen es Reisenden in Deutschland derzeit nicht leicht. Wie sehr die persönlichen Reisepläne von Streikaktionen getroffen werden könnten, fragt sich derzeit wohl jeder Reisende schon bei der Buchung. Kein Wunder also, dass die Konkurrenz profitiert.

So kann die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin derzeit eine deutlich größere Nachfrage verzeichnen. Es gäbe viele Last-Minute-Buchungen, insbesondere ab Berlin und Düsseldorf, sagte ein Air-Berlin-Sprecher gegenüber airliners.de: Das Buchungsvolumen liege an Lufthansa-Streiktagen insgesamt um rund 20 Prozent über Normalwerten. Es sei davon auszugehen, dass dies im direkten Zusammenhang mit den Pilotenstreiks stehe, so der Sprecher.

Die Kombination aus Streiks bei Bahn, Lufthansa und Germanwings lassen vorausschauend buchenden Kunden auf vielen innerdeutschen Strecken neben dem Auto auch kaum Alternativen für eine garantierte Beförderung. Auf einigen klassischen Flugstrecken spüren derzeit sogar Fernbusunternehmen einen moderaten Anstieg von Buchungen. Ein Sprecher von Meinfernbus bezifferte die zusätzlichen Buchungen auf Verbindungen wie etwa Berlin-München gegenüber airliners.de auf drei bis sieben Prozent. Zusatzfahrten wie etwa an Bahn-Streiktagen biete man aber an Tagen mit Pilotenstreiks nicht an.

© dpa, Armin Weigel Lesen Sie auch: Lufthansa-Piloten streiken Montag und Dienstag

Lufthansa bucht Reisende um

Leidtragende ist derweil die Lufthansa. Zwar kann die Airline den Schaden durch die aktuellen Pilotenstreiks noch nicht beziffern - ein Imageschaden stehe aber bereits fest, so ein Lufthansa-Sprecher auf Nachfrage. Dabei versucht der Konzern, die Auswirkungen für die von Flugausfällen betroffenen Gäste so gering wie möglich zu halten. So bietet Lufthansa kostenlose Storno- und Umbuchungsmöglichkeiten an. Wer reisen muss, kann innerdeutsch mit einem Bahn-Gutschein reisen.

© dpa, Fredrik von Erichsen Lesen Sie auch: Lufthansa streicht nahezu alle Langstreckenflüge ab Frankfurt

International versuche man, Gäste im Lufthansa-Group-Netzwerk über die Drehkreuze Zürich, Wien und Brüssel zu leiten oder auf Staralliance-Partner umzubuchen, so der Sprecher. Vor allem im interkontinentalen Verkehr wird darüber hinaus auch auf Flüge anderer Fluggesellschaften zurückgegriffen. Für Reisende, die absolut nicht befördert werden können, halte man zudem Hotelkapazitäten vor. Allein in Frankfurt hat Lufthansa für heute Nacht 3800 Hotelzimmer geblockt.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: airliners.de
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