Abfertigungsprobleme: Air Berlin muss neue Langstrecken verschieben

12.04.2017 - 15:47 0 Kommentare

Air Berlin verschiebt in Berlin die Aufnahme neuer Langstreckenflüge an die US-Westküste. Grund ist das Aeroground-Gepäck-Chaos am Flughafen Tegel. Die neuen Langstrecken sind für die Airline wichtig.

Gepäcktransportwagen stehen auf dem Vorfeld am Flughafen Tegel in Berlin. - © © dpa - Monika Skolimowska

Gepäcktransportwagen stehen auf dem Vorfeld am Flughafen Tegel in Berlin. © dpa /Monika Skolimowska

Die anhaltenden Probleme mit der Gepäck-Abfertigung durch Aeroground am Berliner Flughafen Tegel zwingen Air Berlin, zwei neue Direktverbindungen in die USA vorsichtshalber zu verschieben.

Das neue Angebot von Berlin nach Los Angeles gibt es erst zum 16. Mai, den Flug nach San Francisco erstmals am 29. Mai, teilte Air Berlin am Mittwoch mit. Betroffene Passagiere würden einstweilen auf Flüge über Düsseldorf umgebucht. Ursprünglich sollten die Flüge bereits Anfang Mai starten.

Air Berlin hatte zum Flugplanwechsel den Bodenverkehrsdienstleister Aeroground damit beauftragt, das Gepäckhandling zu übernehmen. Zuvor hatte Wisag diese Dienstleistung für Air Berlin in Tegel erbracht. Seit dem Anbieterwechsel gibt es aber zum Teil heftige Probleme. Kunden müssen auf ihr Gepäck warten, Flüge verspäten sich.

Langstrecken sind Kern der neuen Strategie

Für die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft ist der Ärger in Tegel besonders hart. Die neuen Langstrecken in Richtung USA sind Kernstück der neuen Strategie und wesentlicher Teil des Sanierungsplans. Künftig will Air Berlin nur noch mit einer auf 75 Jets in etwa halbierten Flotte unterwegs sein und umfangreiche Umsteigeverkehre für die neuen Langstrecken koordinieren.

© AirTeamImages.com, Paul Paulsen Lesen Sie auch: Air Berlin stockt ihre Langstreckenflotte auf

Air Berlin hatte den Dienstleister gerade auch vor diesem Hintergrund zum Beginn des Sommerflugplans gewechselt. Eine Sprecherin sagte auf airliners.de-Nachfrage, bei der Ausschreibung habe in Vorbereitung auf die erweiterten Drehkreuzfunktionalitäten am Flughafen Tegel vor allem auch die zugesicherte Servicequalität eine Rolle gespielt.

Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann erklärte, der neue Bodenverkehrsdienstleister müsse die Zeit nun nutzen, um seine Abläufe zu verbessern. Die Lage sei inakzeptabel. Der Dienstleister habe versichert, die Probleme nun spätestens Ostern in den Griff zu bekommen.

Aeroground ist eine Tochtergesellschaft des Münchner Flughafens. Der Flugzeugabfertiger hatte zuvor die Berliner Tochter der spanischen Acciona Airport Services übernommen. Aus dem Unternehmen hieß es, mittlerweile seien rund 200 Mitarbeiter in Tegel eingesetzt. Ein Problem sei, dass für etwa 40 Kollegen noch die nötigen Sicherheitsprüfungen und Zugangsberechtigungen ausstünden.

Von: dpa, dh
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