Air Berlin stockt ihre Langstreckenflotte auf

Air Berlin baut ihr Langstreckenangebot aus. Mit zusätzlichen Flugzeugen wächst das USA-Sommerangebot deutlich. Auf ihr Codesharing mit American Airlines muss die Airline dann allerdings verzichten.

Eine A330 der Air Berlin in Los Angeles. - © © AirTeamImages.com - Paul Paulsen

Eine A330 der Air Berlin in Los Angeles. © AirTeamImages.com /Paul Paulsen

Air Berlin baut ihr USA-Langstreckenangebot aus. So soll es von Berlin aus bald täglich zwei Verbindungen nach New York geben, einen Mittags- und einen Abendflug. Bislang gibt es einen. Die Airline kündigte zudem am, Miami aus Berlin ganzjährig anzubieten und die Frequenzen zu erhöhen.

Für den Sommer hatte Air Berlin für Berlin bereits San Francisco und Los Angeles angekündigt. Neue Destinationen und der Ausbau bestehender Frequenzen nach Nordamerika stehen aber auch in Düsseldorf im Plan. Im Vergleich zum Vorjahr soll das USA-Angebot so insgesamt um knapp 60 Prozent aufgestockt werden.

Mehr Langstrecken stehen im Fokus der Air-Berlin-Neupositionierung. Um die neuen Transatlantikrouten bedienen zu können, wird Air Berlin zum Sommer drei zusätzliche Langstreckenflugzeuge einflotten, erfuhr airliners.de jetzt. Derzeit gehören 14 Maschinen vom Typ A330 zur Air-Berlin-Flotte. Bis 2019 sollen es 22 sein.

Codesharing mit American Airlines endet

Aber es gibt auch Rückschläge beim Ausbau des Nordamerika-Netzes. So hat American Airlines eine umfangreiche Codesharing-Zusammenarbeit nicht über den laufenden Winterflugplan verlängert. Entsprechende Berichte bestätigte eine Sprecherin jetzt gegenüber airliners.de: Es gebe allerdings weiterhin ein Interline-Abkommen im Rahmen der bestehenden Oneworld-Partnerschaft.

American und Air Berlin hatten zuletzt zehn Codeshare-Verbindungen zwischen Deutschland und den USA in der gemeinsamen Vermarktung. Die Flüge von und nach Berlin-Tegel und Düsseldorf führte Air Berlin durch, auf den Strecken von und nach Frankfurt beziehungsweise München war es umgekehrt. Nun fällt auch ein umfangreiches Anschluss-Streckennetz in Nordamerika beziehungsweise Europa weg.

Jetzt will Air Berlin im Rahmen ihrer neuen Premium-Netzwerk-Carrier-Strategie selbst für mehr Umsteigemöglichkeiten sorgen. Neben dem Ausbau der Langstrecken sollen dazu mehr Frequenzen aus europäischen Metropolen zu den Air-Berlin-Hubs in Berlin und Düsseldorf angeboten werden.

Etihad übernimmt Abu-Dhabi-Zubringer selbst

Im Fokus steht dabei neben dem Füttern der Verbindungen in die USA auch Abu Dhabi, das Interkontinentaldrehkreuz von Air-Berlin-Großaktionär Etihad Airways. Um genügend Kapazitäten für die zahlreichen neuen USA-Frequenzen zu haben, zieht sich Air Berlin allerdings ab dem Sommer von ihrer Abu-Dhabi-Zubringerrolle aus Düsseldorf zurück.

Stattdessen übernimmt dann Etihad selbst auch den zweiten täglichen Flug an ihr Heimatdrehkreuz, wie jetzt bestätigt wurde. Als Fluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kann Etihad unbegrenzt Frequenzen nach Düsseldorf anbieten - nach Berlin darf sie dagegen selbst gar nicht fliegen. Die gegenseitigen Codeshares bleiben allerdings erhalten.

© AirTeamImages.com, Alun Morris Jones Lesen Sie auch: Der bisherige Air-Berlin-Flugplan teilt sich weiter auf

Air Berlin wird aktuell tiefgreifend umstrukturiert. Die finanzielle Dauerkrise bei der hoch verschuldeten Airline soll mit der Streichung von bis zu 1200 Arbeitsplätzen und einer deutlichen Reduzierung des Angebots in der europäischen Fläche beendet werden.

Von: dh

Datum: 19.01.2017 - 16:32

Adresse: http://www.airliners.de/air-berlin-langstrecke-flugplanung-flotte-ausbau-american-airlines-codesharing/40559