Air Berlin geht mit Langstrecken-A320 auf Abu-Dhabi-Expansion

04.06.2014 - 11:25 0 Kommentare

Air Berlin investiert in eine umfangreiche Umrüstung zweier Airbus A320. Die Maschinen sollen aus kleineren Quellmärkten nach Abu Dhabi fliegen und werden dafür mit Business-Class-Sitzen ausgestattet.

Air Berlin Airbus A320-200 - © © AirTeamImages.com - Europix

Air Berlin Airbus A320-200 © AirTeamImages.com /Europix

Die Air-Berlin-Group will zukünftig auch von Stuttgart und Wien zum Etihad-Airways-Drehkreuz Abu Dhabi fliegen. Auf den täglichen Flügen kommen speziell für die Langstrecke ausgestattete Flugzeuge vom Typ Airbus A320 zum Einsatz. Zunächst sollen zwei Maschinen zum Einsatz kommen, hieß es auf Nachfrage. Die beiden Flugzeuge würden exklusiv auf den beiden neuen Routen nach Abu Dhabi eingesetzt.

Die beiden Airbusse werden sich an Bord vom Rest der Flotte deutlich unterscheiden. So erhalten die Maschinen eine echte Business-Class-Bestuhlung. Ingesamt sieben Economy-Class-Sitzreihen entfernt die Airline, um zwölf Business-Class-Sessel einbauen zu können. Statt 174 Sitze fasst das Flugzeug dann nur noch 144 Passagiere, 132 davon in der Economy-Class.

Gehobene Produkt-Ansprüche in Abu Dhabi

Damit passt Air Berlin das Produkt in den beiden Langstrecken-Narrowbodies an das Niveau der A330-Langstreckenflotte an. Inwieweit auch die Economy-Class analog zum A330 mit Inseat-Audio-Video-on-Demand-Systemen ausgestattet wird, konnte Air Berlin noch nicht mitteilen. Weitere Details zur Umrüstung der Flugzeuge werde man beizeiten bekannt geben.

Die meisten europäischen Airlines fliegen im A320/737-Segment nicht mehr mit einer aufwändigen Business-Class-Bestuhlung. Ein freier Mittelplatz muss etwa bei der Lufthansa für die Vollzahler reichen. Air-Berlin-Großaktionär Etihad stellt allerdings besondere Ansprüche an das Produkt: So genügte den Arabern die im Vorfeld der Oneworld-Mitgliedschaft bei Air Berlin auf der Langstrecke verbaute Business-Class nicht aus: Air Berlin rüstete die Maschinen daher umgehend auf den gehobenen Etihad-Standard um.

Wo Etihad nicht fliegen darf, fliegt Air Berlin

Warum Air Berlin für die Verbindungen zum Heimatflughafen ihres Großaktionärs eigens Flugzeuge umrüsten muss und nicht Etihad einfach selbst fliegt, ergibt sich aus der speziellen verkehrsrechtlichen Situation zwischen Deutschland und den vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Etihad Airways darf nämlich als Fluggesellschaft aus den VAE laut bestehender bilateraler Verträge mit Deutschland mit eigenem Fluggerät nur von Frankfurt, München und Düsseldorf aus operieren. Andere Flughäfen bleiben tabu.

Emirates aus dem Abu-Dhabi-Nachbaremirat Dubai darf zwar inzwischen mit einer Sondergenehmigung auch Hamburg anfliegen, unterliegt aber als VAE-Airline generell ebenfalls den Beschränkungen aus den Verträgen mit Deutschland. Durch die enge Partnerschaft mit Air Berlin hat es Etihad an dieser Stelle aber deutlich einfacher: Die Abu-Dhabi-Flüge nach Berlin übernimmt Air Berlin bereits seit langem und setzt auf der Strecke aktuell einen großen Airbus A330 ein.

Nur zu gerne würde Emirates auch nach Berlin kommen. Nicht zuletzt wegen der interessanten Ballung großer Industriebetriebe rund um die baden-württembergischen Landeshaupstadt steht zudem auch Stuttgart schon lange auf der deutschen Destinations-Wunschliste von Emirates. Jetzt rückt Etihad auf diesen Markt und Air Berlin hilft, die Abu-Dhabi-Zubringer aus kleineren Quellmärkten mit kleinerem Fluggerät sinnvoll durchzuführen.

© Etihad Airways, Lesen Sie auch: Etihad Airways bringt Privatjet-Feeling in den A380

Den Anfang in Deutschland macht nun Stuttgart-Abu-Dhabi. Die Verbindung soll zum Dezember aufgenommen und im Codeshare mit Etihad durchgeführt werden. Die Genehmigung wurde zwischenzeitlich erteilt, so Air Berlin. Ob die Langstrecken-A320 zukünftig auch von anderen deutschen Städten wie etwa Hamburg nach Abu Dhabi abheben sollen, steht noch nicht fest. Derzeit gäbe es keine konkreten Pläne, weitere neue Strecken von Deutschland nach Abu Dhabi aufzulegen, hieß es auf Nachfrage.

In Wien soll es - vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen - bereits am 24. November losgehen. Für die Air-Berlin-Tochter Niki ergeben sich damit übrigens gleich zwei Premieren: Neben der ersten Langstreckenverbindung fliegt die Airline dann auch erstmals ein Zwei-Klassen-Produkt.

Von: airliners.de
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