Air Berlin zieht Konsequenzen aus Problemen in Tegel

13.07.2017 - 11:44 0 Kommentare

Verspätungen und Flugausfälle: Air Berlin hat seit Längerem Probleme am Airport Tegel - und sieht den Bodenabfertiger Aeroground als Schuldigen. Jetzt hat die Airline Konsequenzen gezogen. Diese betreffen die Tochter Niki.

Niki ist eine österreichische Tochter von Air Berlin. Foto: © AirTeamImages.com, Chris Jilli

Die Air-Berlin-Tochter Niki setzt am Flughafen Berlin-Tegel bei der Abfertiung ab sofort wieder auf Wisag statt auf Aeroground. Das teilte Wisag nun mit. Ein entsprechender Full-Handling-Vertrag sei in dieser Woche unterzeichnet worden, hieß es.

Ein Air-Berlin-Sprecher sagte, man habe sich "im Sinne der Stabilisierung des Betriebs am Flughafen Tegel" zu dem Schritt entschieden. Alle Air-Berlin-Flüge unter dem Namen der Muttergesellschaft würden jedoch weiter von Aeroground abgefertigt.

Niki macht nur einen kleinen Teil des Angebots der Air Berlin Group in Tegel aus. Von insgesamt rund 1640 Starts und Landungen pro Woche entfallen laut Flugplandaten aktuell 140 auf Niki. Das sind vor allem Flüge von und nach Palma de Mallorca sowie andere Feriendestinationen in Spanien, Griechenland oder Portugal.

Zuletzt war Aeroground auch für Niki zuständig. Das Unternehmen hatte die Bodenabfertigung von Air-Berlin- und Niki-Flügen am Flughafen Tegel im März von der Wisag übernommen. Seitdem kommt es vermehrt zu Verspätungen und Flugausfällen.

Berliner Flughäfen mahnen Aeroground offenbar ab

Air Berlin beschuldigte Aeroground schon öfter, für die Verspätungen und Flugausfälle der Fluggesellschaft in Tegel verantwortlich zu sein. Der Bodenabfertiger wies das zurück - und bot der Airline an, den bis 2024 laufenden Vertrag für Tegel sofort aufzulösen. Doch Air Berlin lehnte das ab. Aeroground ist eine Tochter des Flughafens München.

Laut Angaben der "B.Z." hat die Berliner Flughafengesellschaft den Dienstleister inzwischen zweimal abgemahnt. Ein Airport-Sprecher begründete dies mit "Nichteinhaltung vertraglich vereinbarter Verpflichtungen". Das Blatt zitiert außerdem einen Aeroground-Sprecher, der die Abmahnung zurückweist.

Air Berlin zahlt Entschädigung in Millionenhöhe

Die Abfertigungsprobleme belasten Air Berlin auch finanziell. Aus Verspätungen, die vor allem nach Ostern anfielen, fordern Fluggäste laut Airline-Angaben mehr als zehn Millionen Euro Entschädigung. Diese will die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft auch auszahlen.

© dpa, Christian Charisius Lesen Sie auch: Air Berlin in Tegel: "Was wir sehen, ist ein Rückfall"

Air Berlin hatte im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 782 Millionen Euro eingefahren. Die Fluglinie versucht, mit einem tiefgreifenden Umbauprogramm wieder auf Kurs zu kommen.

Von: ch
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