Kritik an Ausnahmeregelung Air Berlin: Kapazitätsgrenze in Tegel überschritten

25.06.2012 - 16:14 0 Kommentare

Das erste Ferienwochenende am Flughafen Berlin-Tegel ist aus der Sicht von Air Berlin nur mit größter Anstrengung zu bewältigen gewesen. Kritik übte die Gesellschaft auch an der Verweigerung zusätzlicher Flüge am frühen Morgen.

Flugzeuge der Air Berlin am Flughafen Berlin-Tegel - © © airliners.de - Oliver Pritzkow

Flugzeuge der Air Berlin am Flughafen Berlin-Tegel © airliners.de /Oliver Pritzkow

Der Flughafen Tegel hat dem Passagieransturm am ersten Ferienwochenende aus Sicht von Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn nicht standgehalten. Die Kapazitätsgrenze des Flughafens sei zwischen Freitag und Sonntag überschritten worden, kritisierte Mehdorn am Montag. Air Berlin sei «mit einem blauen Auge davongekommen». Trotz einer deutlichen Aufstockung des Personals sei das Ergebnis für die Kunden der Fluggesellschaft «bestenfalls befriedigend» ausgefallen.

Nach Aussage von Flughafen-Sprecher Leif Erichsen hat die Abfertigung der Passagiere «den Umständen entsprechend gut geklappt». Alle Beteiligten hätten versucht, das Beste aus der Infrastruktur rauszuholen. Der Flughafen sei nun einmal «auf Kante genäht».

Kritik an Ausnahmeregelung

Kritik übte die Gesellschaft auch an der Verweigerung zusätzlicher Flüge am frühen Morgen. "Die Haltung ihrer Behörde in einer besonders schwierigen Situation, die Air Berlin nicht zu vertreten hat, ist für uns nicht nachvollziehbar", schrieb Air-Berlin-Vorstand Paul Gregorowitsch an Verkehrssenator Michael Müller (SPD), wie die "Berliner Morgenpost" berichtet. Müllers Verwaltung hatte sämtliche Anträge auf eine Ausnahmegenehmigung vom Flugverbot am Flughafen Tegel vor 6.00 Uhr morgens unter Hinweis auf den Lärmschutz abgelehnt. Gestattet wurden nur vereinzelt Flüge in den Abend-Randzeiten. Man sei davon ausgegangen, dass "alle Beteiligten konstruktiv an einer Lösung der Probleme arbeiten und nicht gegeneinander", sagte Gregorowitsch. Die Ablehnung wirke "gravierend auf unseren gesamten Flugplan und damit auf die wirtschaftliche Situation unseres Unternehmens".

Seit dem Desaster mit der zunächst gescheiterten Eröffnung des neuen Airports Berlin-Brandenburg muss Tegel täglich bis zu 20 zusätzliche Starts und Landungen verkraften. Mit Beginn der Sommerferien ist diese Zahl nochmals gestiegen. Allein am Freitag wurden rund 70.000 Passagiere abgefertigt, etwa 10.000 mehr als an einem «normalen» Freitag ohne Zusatzflüge und Schulferien. Die für den 3. Juni geplante Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld war wegen Brandschutzproblemen auf den 17. März 2013 verschoben worden. Auch dieser Termin wird nun aber noch einmal überprüft.

Von: dpa, dapd
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