Kreise: Lufthansa will 90 Flugzeuge von Air Berlin

17.08.2017 - 13:40 0 Kommentare

An Tag zwei nach Bekanntwerden der Air Berlin-Insolvenz wird der Rettungsplan wohl konkreter. Laut eines Medienberichts geht es offenbar nur noch um Details.

Flugzeuge der Lufthansa und der Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen. - © © dpa - Federico Gambarini

Flugzeuge der Lufthansa und der Air Berlin auf dem Düsseldorfer Flughafen. © dpa /Federico Gambarini

Die Lufthansa will sich aus der Insolvenzmasse der Air Berlin einen großen Teil der Flugzeuge sichern. Es könne um rund 90 der 144 Flugzeuge gehen, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus Unternehmenskreisen.

Der Kranich-Konzern sieht sich unter großem Zeitdruck, so dass die bereits weit gediehenen und seit Monaten vorangetriebenen Verhandlungen schon in der kommenden Woche abgeschlossen werden könnten. Mit dem Air-Berlin-Vorstand und dem Sachwalter Lucas Flöther solle nun verhandelt werden, habe Lufthansa-Chef Carsten Spohr nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrats berichtet.

Lösung auch für Niki?

Neben den bereits angemieteten 38 Air-Berlin-Jets will Lufthansa die österreichische Touristik-Tochter "Niki" und weitere Flugzeuge übernehmen. Sie sollen unter dem Dach der Lufthansa-Tochter Eurowings an den Start gehen. In der Zahl seien auch die meisten der 17 Langstrecken-Flugzeuge der Air Berlin enthalten, die ebenfalls der Eurowings zugehen sollen.

Kein Interesse hat Lufthansa dem Vernehmen nach an älteren Propeller-Maschinen, die von der LGW bereedert werden. Auch die 14 Boeing-Jets, die Air Berlin zu hohen Kosten von der Tuifly gemietet hat, seien für die Lufthansa nicht interessant. Sie könnten an den Touristikflieger des Tui-Konzerns zurückfallen.

Der größte Luftverkehrskonzern Europas stellt damit offensichtlich Maximalforderungen, die noch auf europäischer Ebene auf kartellrechtliche Fragen abgeklopft werden müssten. Air Berlin hat nach eigenen Angaben mindestens zwei weitere Interessenten für Flugzeuge oder Unternehmensteile.

Winkelmann: Aus für die Marke

Airline-Chef Thomas Winkelmann sagte der "Bild"-Zeitung, dass er nicht damit rechne, dass die Marke des insolventen Carriers erhalten bleibe. "Aus heutiger Sicht ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Marke Air Berlin verschwindet."

Der Unternehmenschef zeigte sich optimistisch, dass der Großteil der rund 8000 Arbeitsplätze bei Air Berlin gerettet werden könne. "Wir kämpfen um jeden Job", sagte Winkelmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Wichtig sei dem Unternehmen, dass die Mitarbeiter auch künftig in Deutschland beschäftigt würden.

"Es gibt Anbieter, die sind sehr billig, die aber das Geschäftsmodell haben, alles aus Südosteuropa oder Irland zu machen. Die wären für die Air Berliner keine gute Lösung", so Winkelmann zur "Bild".

© dpa, Caroline Seidel Lesen Sie auch: Nach Air Berlin wird alles anders Gedankenflug

Deutschlands ehemals zweitgrößte Fluggesellschaft hatte am Dienstag Insolvenz angemeldet, weil Großaktionärin Etihad die Verluste des Unternehmens nicht mehr ausgleichen will. Der Flugbetrieb ist durch einen Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro weiter gesichert. Außer der Lufthansa soll Ryanair-Konkurrent Easyjet Branchengerüchten zufolge an Teilen von Air Berlin interessiert sein. Auch die Thomas-Cook-Tochter Condor hat Interesse angemeldet.

Von: cs, dpa, dpa-AFX, AFP
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