Air Berlin will zwischen Hamburg und Abu Dhabi fliegen

19.09.2014 - 06:03 0 Kommentare

Air Berlin wird demnächst einen weiteren interkontinentalen Zubringerdienst für Etihad Airways in den Flugplan aufnehmen. Arabischen Medienberichten zufolge kommt bald die Route Hamburg-Abu Dhabi.

Flugzeuge der Air Berlin am Flughafen Hamburg - © © Air Berlin -

Flugzeuge der Air Berlin am Flughafen Hamburg © Air Berlin

Für den Flughafen Hamburg, der für Langstreckenverkehre nicht gerade bekannt ist, hat Etihad-Boss James Hogan jetzt eine positive Nachricht verkündet. Ab dem kommenden Jahr, so seine Botschaft Richtung Elbmetropole, werde Air Berlin die Hansestadt im Liniendienst mit Abu Dhabi verbinden. Wann genau der Erstflug terminiert ist, sagte der Australier allerdings nicht.

Air Berlin bestätigte auf Anfrage, dass die Aufnahme einer Verbindung zwischen Hamburg und Abu Dhabi geprüft würde. Man baue derzeit das Angebot nach Abu Dhabi aus, um in Kooperation mit Etihad Airways weitere Anschlussmöglichkeiten nach und via Abu Dhabi anzubieten. Unter anderem erhöhe man zum Winterflugplan die Frequenz von Berlin nach Abu Dhabi auf zwei tägliche Flüge.

Klar ist der Grund für die Hamburg-Abu Dhabi-Verbindung: Zielgruppe sind vor allem Passagiere, die vom norddeutschen Quellmarkt dem Netzwerk von Etihad via Abu Dhabi zugeführt werden sollen, um an Bord des staatlichen arabischen Fliegers zu ihren Reisezielen nach Fernost, Australien oder zum indischen Subkontinent weiter zu fliegen.

In seinen Ausführungen vor lokalen arabischen Wirtschaftsgrößen und Politikern berichtete Hogan den Angaben zufolge weiter, dass Deutschland inzwischen Großbritannien als wichtigsten europäischer Quell- und Zielmarkt für den Passagier- und Frachttransport Etihads überflügelt hat. Der Grund dafür liegt in der zwischenzeitlich sehr engen Verzahnung von Etihad mit ihrer deutschen Beteiligung Air Berlin. So fliegt Air Berlin bereits Zubringerdienste aus Berlin zum Drehkreuz nach Abu Dhabi.

Etihad darf Hamburg nicht selbst anfliegen

Warum Etihad Hamburg nicht einfach selbst ins Streckennetz aufnimmt ist einfach zu erklären: Generell sind Fluggesellschaften aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Flüge zu den deutschen Flughäfen Frankfurt, München und Düsseldorf gestattet. Emirates fliegt zwar seit 2006 auch Hamburg an, die Verkehrsrechte dafür wurden der Fluggesellschaft aus Dubai allerdings in einem Sonderabkommen gewährt.

Zudem werden neue Routen ab Stuttgart und Wien nach Abu Dhabi aufgenommen. Bereits angekündigt ist dass Air Berlin dafür Airbus-A320-Flugzeuge für Langstreckendienste umbauen wird. Die Maschinen werden eine vollwertige Business Class erhalten. Zum Ende des Jahres soll es losgehen. Welcher Flugzeugtyp in Hamburg zum EInsatz kommen könnte, wollte Air Berlin noch nicht mitteilen.

© AirTeamImages.com, Europix Lesen Sie auch: Air Berlin geht mit Langstrecken-A320 auf Abu-Dhabi-Expansion

Beteiligungen statt Allianz

Erst 2003 gegründet, gehört Etihad Airways aufgrund ihrer rapiden Flottenexpansion und dem parallel erfolgenden Ausbau der Flughafenkapazitäten in Abu Dhabi zu den am schnellsten wachsenden Fluggesellschaften weltweit. Anstatt sich einem der globalen Luftfahrtbündnisse anzuschließen, entweder der Star Alliance, dem SkyTeam-Verbund oder der Oneworld, baut sie durch Beteiligungsmodelle ihr eigenes Luftfahrtimperium schrittweise aus. Inzwischen ist Etihad Miteigentümerin von acht verschiedenen Gesellschaften, etwa der indischen Jet Airways (24%), Virgin Australia (19,9%), Air Serbia und seit kurzem auch Alitalia (jeweils 49%).

Teilnehmer der so genannten „Equity Alliance“ von Etihad ist auch Air Berlin, an der die Araber knapp 30 Prozent der stimmberechtigten Anteile halten. Zudem hat Etihad über eine Wandelanleihe der chronisch defizitären Berliner Linie 300 Millionen in die notorisch leeren Kassen gespült und ihr zudem 70 Prozent des Vielfliegerprogramms Topbonus abgekauft. Diese verschiedenen Kapitalinjektionen werden von den EU-Wettbewerbshütern zwar kritisch gesehen, wurden aber nicht untersagt. Der Grund: Etihad bleibt mit ihren diversen Finanzspritzen offiziell unter der bei Beteiligungen an EU-Fluglinien erlaubten Schwelle von maximal 49.9 Prozent der Kapitalanteile.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de
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