Air-Berlin-Gläubiger streben offenbar Vergleich an

06.08.2018 - 08:36 0 Kommentare

Drei Milliarden Euro Entschädigung fordern die Gläubiger der Air Berlin von Etihad. Laut eines Medienberichts haben sie nun Insolvenzverwalter Flöther zu Verhandlungen nach Abu Dhabi geschickt.

Air Berlin meldete Mitte August Insolvenz an. - © © dpa - Sophia Kembowski

Air Berlin meldete Mitte August Insolvenz an. © dpa /Sophia Kembowski

Die Gläubiger von Air Berlin streben offenbar eine außergerichtliche Lösung mit Etihad an. Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" hat Insolvenzverwalter Lucas Flöther die Freigabe bekommen, Gespräche mit Etihad zu führen und so wahrscheinlich einen Vergleich mit der ehemaligen Air-Berlin-Großaktionärin auszuhandeln. Dieser will sich auf Anfrage von airliners.de nicht dazu äußern.

Eine Klage der Gläubiger von Air Berlin gegen die ehemalige Großaktionärin Etihad wird seit längerem diskutiert: Denn der damalige Etihad-Chef James Hogan gab im April 2017 die Zusage, Air Berlin noch weitere 18 Monate zu unterstützen. Der ausgestellte "Letter of Intent", der kurz vor der Bilanzvorlage die positive Fortführungsprognose der Wirtschaftsprüfer sicherte, liegt airliners.de vor.

Flöther meldete Massseunzulänglichkeit

Am Freitag, den 11. August widerrief Hogan via Mail die Zusage. Am darauffolgenden Dienstag musste Air Berlin Insolvenz anmelden und stellte Ende Oktober den selbstvermarkteten Flugbetrieb ein. In dem Verhalten Etihads sehen die Gläubiger einen Wortbruch und fordern bis zu drei Milliarden Euro Entschädigung.

Dies würde die Insolvenzmasse, aus der die Gläubiger bedient werden, kräftig aufstocken. Aktuell tendiert die Auszahlung an die Gläubiger gegen null; Flöther hatte kurz nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens im November Massseunzulänglichkeit gemeldet.

Alitalia und Air Berlin sollten Etihad-Hub antreiben

Etihad war 2012 bei Air Berlin eingestiegen. Der deutsche Carrier sollte zusammen mit der inzwischen ebenfalls insolventen Alitalia mehr Passagiere zum Etihad-Hub nach Abu Dhabi bringen und dessen Position so stärken. Doch erwiesen sich beide Airline für Etihad als "Milliardengrab", im vergangenen Jahr

© dpa, Markus Scholz Lesen Sie auch: Etihad gibt sich eine neue Struktur

Von: cs
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