Air-Berlin-Gläubiger beraten über Klage gegen Etihad

05.03.2018 - 16:29 0 Kommentare

Der Gläubigerausschuss von Air Berlin strebt weiter eine Milliarden-Klage gegen die ehemalige Großaktionärin Etihad an. Insolvenzverwalter Flöther setzt laut eines Berichts hingegen auf einen Vergleich.

Leitwerke von Etihad (links) und Air Berlin. - © © Air Berlin -

Leitwerke von Etihad (links) und Air Berlin. © Air Berlin

Die Gläubiger der insolventen Air Berlin halten an ihrem Vorhaben, die ehemalige Großaktionärin Etihad verklagen zu wollen, fest. Dies erfuhr airliners.de am Rande einer nicht öffentlichen Sitzung des Gläubigerausschusses am Montag.

Konkret geht es um den Fakt, dass der damalige Etihad-Chef James Hogan dem Pleite-Carrier im April vergangenen Jahres schriftlich finanzielle Hilfe für die nächsten 18 Monate zugesichert hatte, die Araber kurze Zeit später allerdings die Zahlungen einstellten. Air Berlin musste infolge dessen Mitte August Insolvenz anmelden.

Der "Letter of Intent" von James Hogan.Foto: airliners.de

Die Gläubiger sehen einen Wortbruch Etihads und wollen laut Kreisen bis zu zwei Milliarden Euro von der Golf-Airline fordern. Denn die Wirtschaftsprüfer von KPMG, die die Air-Berlin-Bilanz von 2016 geprüft hatten, bescheinigten Air Berlin damals nur aufgrund des Hogan-Briefs eine positive Fortführungsprognose ("Going concern").

Flöther soll auf Vergleich drängen

Welche Erfolgsaussichten eine Klage hätte, ist allerdings ziemlich unklar. Juristen verweisen darauf, dass weder die Eigentümer noch die institutionellen Gläubiger von Air Berlin durch eine eventuelle Vertragsverletzung seitens Etihad geschädigt worden seien, sondern allenfalls die Fluggäste. Zudem wäre es wohl schwer, einen Prozessfinanzierer zu finden.

Das scheint offenbar auch Air-Berlin-Insolvenzverwalter Lucas Flöther klar zu sein, denn nach einem Bericht der "Berliner Morgenpost" drängt der Abwickler auf einen Vergleich in dreistelliger Millionenhöhe. Offiziell teilt er mit, dass dies lediglich eine Option von mehreren sei. Die genaue Strategie werde im Ausschuss abgestimmt.

© dpa, Lesen Sie auch: Das lange Ende der Air Berlin Rückblick

Seit 2012 hielt die nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate, Etihad, 29,2 Prozent an Air Berlin. Sie versorgte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft immer wieder mit frischem Geld und sicherte sich über die Beteiligung Zugang zum deutschen Markt.

Von: cs
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