Air Berlin bekommt neues Geld und muss noch mehr sparen

17.09.2015 - 16:06 0 Kommentare

Air Berlin will mit einem weiteren Sanierungsprogramm endlich aus der Krise fliegen. Derweil bekommt die Airline neues Geld aus einer Etihad-Anleihe. Damit sind die finanziellen Probleme allerdings noch nicht gelöst.

Stefan Pichler ist Chef der Air Berlin. - © © dpa - Maja Hitij

Stefan Pichler ist Chef der Air Berlin. © dpa /Maja Hitij

Air Berlin erhält über ihren Großaktionär Etihad Airways Zugang zu frischem Geld. Man habe gemeinsam mit den fünf Beteiligungs-Fluggesellschaften Air Berlin, Air Serbia, Air Seychelles, Alitalia und Jet Airways 500 Millionen Dollar über Finanzierungstransaktionen aus den internationalen Märkten generiert, teilte Etihad am Mittwoch mit.

Nach Angaben von Etihad wird Air Berlin rund 100 Millionen Dollar des Finanzierungspaketes erhalten. Gleichfalls je 20 Prozent gehen an Alitalia sowie an die auch im Paket enthaltene Etihad Airways selbst plus deren Flughafendienstleister Etihad Airport Services. 16 Prozent erhält Jet Airways; der Rest wird an Air Serbia und Air Seychelles ausgeschüttet.

Investoren aus Abu Dhabi, Dubai und London hätten durch die "gemeinsame Vision und Strategie", die "wachsende Netzwerk-Struktur" sowie verschiedene weitere Synergien und die "positive Umsatzentwicklung der Airlines" überzeugt werden können, Anleihen zu zeichnen, so Etihad weiter.

Neues Sparpaket soll 300 Millionen pro Jahr bringen

Damit sind die finanziellen Probleme von Air Berlin allerdings noch nicht gelöst. Am 10. November werde eine Anleihe in Höhe von knapp 200 Millionen Euro fällig, schreibt die Süddeutsche Zeitung (Paywall). Seit Monaten prüfe Air Berlin verschiedene Alternativen, um diese Schuld bezahlen zu können.

Da kommt es nicht von ungefähr, dass auch der neue Air-Berlin-Chef Pichler nicht um eine weitere Sparrunde herumkommt. Weitere 300 Millionen Euro soll ein neues Sparpaket pro Jahr bringen, schreibt das Manager Magazin. Betroffen von den Kürzungen sei unter anderem die allgemeine Verwaltung.

© airliners.de, David Haße Lesen Sie auch: Air Berlin sourct Bordmagazin aus

Rund 150 der 300 Millionen sollen allerdings auch durch neue Erlösquellen und Mehreinnahmen erzielt werden. Die Fluggesellschaft hatte erst vor kurzem angekündigt, mehr Werbung in der Kabine zu platzieren und den Ausschank kostenloser Getränke auf der Kurzstrecke zu streichen. Pichlers oberstes Ziel ist es zudem, die Durchschnittspreise für die Tickets anzuheben. Bei einer Auslastung von über 90 Prozent ist das ganz offensichtlich eine überfällige Maßnahme.

© Air Berlin, Lesen Sie auch: Gegen Aufpreis: Mehr Beinfreiheit auf der Air-Berlin-Langstrecke

Von: dh
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