Der bisherige Air-Berlin-Flugplan teilt sich weiter auf

16.01.2017 - 16:05 0 Kommentare

Die Umstrukturierungen der Air Berlin kommen langsam aber sicher in die Umsetzungsphase. Jetzt kristallisiert sich heraus, welche Flughäfen und Routen aufgegeben werden - und welche anderen Airlines wo übernehmen.

Flugzeuge von Air Berlin und Eurowings am Flughafen Düsseldorf. - © © AirTeamImages.com - Alun Morris Jones

Flugzeuge von Air Berlin und Eurowings am Flughafen Düsseldorf. © AirTeamImages.com /Alun Morris Jones

Es ist ein Rückzug mit Ankündigung: Die finanziell angeschlagene Air Berlin will mit einem radikalen Umbau wieder auf Kurs kommen. Als "fokussierter Netzwerk-Carrier mit einem klaren Profil" will sich Air Berlin zukünftig auf das Kerngeschäft an den Langstrecken-Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf konzentrieren.

Jetzt hat die Fluggesellschaft auf ihrer Homepage eine Webseite mit detaillierten Kundeninformationen zum neuen Streckennetz veröffentlicht. Daraus sind nun erstmals konkrete Folgen der Umstrukturierungen für einzelne Flughäfen abzulesen.

So zieht sich Air Berlin der Auflistung zufolge komplett aus Friedrichshafen, Hannover, Leipzig/Halle, Memmingen, Münster/Osnabrück und Paderborn zurück. Auch die Flüge vom Dreiländerflughafen Basel stehen nicht mehr im Programm. In Österreich wird Air Berlin Innsbruck nicht mehr bedienen.

Niki und Eurowings übernehmen Touristikflüge

Allerdings übernimmt die neue Ferienfluggesellschaft um die ehemalige österreichische Air-Berlin-Tochter Niki und Tuifly einen Großteil der Leisure-Destinationen im ehemaligen Air-Berlin-Streckennetz. Sie springt nicht nur in Österreich ein, sondern übernimmt etliche Flüge auch aus der deutschen Fläche.

Die neue Niki/Tuifly übernimmt

Zukünftig geht es statt mit Air Berlin mit dem neuen Etihad/Tui-Ferienflieger von Frankfurt, Hannover, Graz, Innsbruck, Karlsruhe, Leipzig und Saarbrücken nach Mallorca. In Berlin übernimmt Niki/Tuifly nach Faro, Fuerteventura, Heraklion, Ibiza, Korfu, Kos, Las Palmas, Madeira, Malaga, Mallorca, Rhodos, Teneriffa. Von Düsseldorf nach Alicante, Faro, Fuerteventura, Heraklion, Ibiza, Kos, Lanzarote, Las Palmas, Madeira, Malaga, Mallorca, Ponta Delgada, Rhodos, Santa Cruz de La Palma, Teneriffa. Von Hamburg nach Faro, Fuerteventura, Heraklion, Ibiza, Kos, Malaga, Mallorca, Teneriffa. Von Köln/Bonn nach Fuerteventura, Ibiza, Las Palmas, Mallorca, Teneriffa, Malta, Malaga. Von Memmingen nach Calvi.

Weitere Verbindungen, die Niki/Tuifly von Air Berlin übernimmt: Von München nach Faro, Ibiza, Kos, Las Palmas, Madeira, Malaga, Mallorca, Malta, Reykjavik, Rhodos, Teneriffa. Von Nürnberg nach Heraklion, Korfu, Kos, Mallorca, Malta, Rhodos. Von Salzburg nach Calvi, Heraklion, Korfu, Mallorca, Rhodos. Von Stuttgart nach Ibiza, Malaga, Mallorca, Malta. Von Wien nach Calvi, Catania, Chania, Dubrovnik, Faro, Heraklion, Ibiza, Kalamata, Karpathos, Korfu, Kos, Larnaka, Las Palmas, Malaga, Mallorca, Preveza, Reykjavik, Rhodos, Santorini, Teneriffa, Zakynthos. Ab Zürich nach Brindisi, Faro, Fuerteventura, Heraklion, Ibiza, Korfu, Kos, Lamezia Terme, Lanzarote, Larnaka, Las Palmas, Madeira, Mallorca, Pristina, Rhodos, Samos, Skopje, Teneriffa, Zakynthos.

Einer Analyse von ch-aviation zufolge fallen im Zuge der Umschichtungen aber auch etliche Routen komplett weg. So zieht sich Air Berlin der Auflistung zufolge flächendeckend von zahlreichen Leisure-Routen zurück, auch ohne dass Niki/Tuifly übernimmt.

Einige der wegfallenden Verbindungen werden allerdings zukünftig von Eurowings übernommen. Air Berlin stellt ab dem Sommer im Rahmen eines Wet-Lease-Vertrags 38 Flugzeuge samt Crews für den Einsatz beim Lufthansa-Billigflieger zur Verfügung. Schon bald heben diese Maschinen unter anderem auch auf ehemaligen Air-Berlin-Routen ab.

© AirTeamImages.com, Rudi Boigelot/Alun Morris Jones, Kollage: a.de Lesen Sie auch: Air Berlin hebt schon bald für Eurowings ab

Bereits bekannt sind beispielsweise die Verbindungen zwischen Mallorca und Friedrichshafen sowie Linz. In München besetzt Eurowings sogar gleich mehrere ehemalige Air-Berlin-Warmwasserdestinationen.

Air Berlin fliegt Düsseldorf-Abu Dhabi nicht mehr selbst

Innerdeutsch steht derweil Hamburg-Nürnberg nicht mehr in Programm der Air Berlin. Auch Hannover-Stuttgart wird nicht mehr beflogen. Die Umstrukturierung trifft aber auch Flüge, die eigentlich ins neue Netzwerk-Konzept passen: So entfallen die Air-Berlin-Flüge zwischen Düsseldorf und Abu Dhabi. Hier fliegt zukünftig nur noch der Großinvestor Etihad Airways selbst im Air-Berlin-Codeshare.

Für die Kunden sollen die Umstrukturierungen derweil nur bedingt Folgen haben. Neben einer Umbuchung auf andere Airlines bietet Air Berlin auch die kostenlose Stornierung von Flügen an, die von den Änderungen im Flugplan betroffen sind.

Von: dh
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