Air-Berlin-Ersatz in Düsseldorf läuft langsamer als geplant

06.07.2018 - 07:19 0 Kommentare

Der Airport Düsseldorf hat im vergangenen Jahr mit dem Aus von Air Berlin ein Drittel seines Angebots verloren. Aktuell laufe das "Projekt Recovery" zwar langsamer als geplant, aber laut Flughafenchef Schnalke ist man im Zeitplan.

Thomas Schnalke. - © © Eurowings -

Thomas Schnalke. © Eurowings

Die Air-Berlin-Lücke am Airport Düsseldorf soll nach wie vor bis Anfang 2019 geschlossen sein: Das Auffüllen der Kapazitäten, intern "Projekt Recovery", genannt laufe aktuell zwar ein wenig langsamer als zu Jahresbeginn gedacht, aber am Zeitplan halte man fest. Dies sagte Flughafenchef Thomas Schnalke zu airliners.de.

Mit Air Berlin ist im vergangenen Sommer eine Airline pleite gegangen und schlussendlich vom Markt verschwunden, die jahrelang Marktführer in Düsseldorf war. Archivdaten zeigen, dass ihr Anteil im Juli 2017 noch dominierend war:

Angebotene Kapazitäten am Flughafen Düsseldorf
Anteil in Prozent
Air Berlin* 29.4
Eurowings** 27.4
Lufthansa 21.9
Condor 3.4
Tuifly 2.7
Sunexpress 2.4
British Airways 2.1
übrige Airlines 10.7

* = Air Berlin inklusive Niki, ** = Eurowings inklusive Germanwings, die damals noch unter eigenem Flugcode operierte. Angaben nach Sitzplatzkapazitäten im Juli 2017. "Übrige Airlines" sind alle mit jeweils weniger als zwei Prozent Anteil. | Quelle: ch-Aviation

Schnalke geht davon aus, dass vor allem die Lufthansa-Tochter Eurowings den Platz am NRW-Airport einnehmen wird: "Wir sprechen hier über ein Projekt von bislang noch nicht gekannter Dimension im Luftverkehr." Bis zum Jahresende werde Eurowings einen Marktanteil von etwa 45 Prozent in Düsseldorf erreichen und zu Beginn des Winterflugplans acht Langstreckenflugzeuge dort stationiert haben. Aktuell stellt die Airline rund 40 Prozent der Kapazitäten.

"Im Winter an einigen Tagen auskoordiniert"

Ob es in diesem Jahr mehrere Tage mit mehr als 100.000 Fluggästen täglich am Airport, erwarte man zwar, "hierbei müssen wir aber noch abwarten, wie sich die allgemeine Situation im Luftverkehr aufgrund von äußeren Faktoren weiter entwickelt". A

uch bei der Nachfrage nach Slots ist Schnalke weiter optimistisch: "Insbesondere im Winter gibt es Tage, die zum jetzigen Zeitpunkt nahezu auskoordiniert sind." Die attraktiven Start- und Landerechte seien nicht mehr so verfügbar, "dass die Airlines über den Tag in ihren Umläufen weitere Ketten bilden können".

Antrag auf Kapazitätserweiterung wartet noch im Ministerium

Gerade deshalb drängt der Airport-Chef auf eine Entscheidung über die anvisierte Kapazitätserweiterung. Der Flughafen will zukünftig in Spitzenzeiten 60 statt bisher 47 Flugbewegungen pro Stunde erlauben. Der entsprechende Antrag zur Änderung der Betriebsgenehmigung wartet seit über drei Jahren beim Verkehrsministerium von Nordrhein-Westfalen auf seine Genehmigung.

Die Behörde prüfe den Antrag sehr gewissenhaft, so Schnalke. "Zurzeit müssen wir noch Detailnachfragen aus dem Ministerium beantworten. Wir würden uns freuen, wenn es in absehbarer Zeit zu einer Entscheidung käme." Anfang des Jahres hatte die "Rheinische Post" berichtet, dass ein Beschluss erst 2019 zu erwarten sei.

Gericht gibt Vorfeldausbau frei

Ein erstes positives Zeichen gab es vor wenigen Wochen: Anfang Juni urteilte das Oberverwaltungsgericht Münster zur Rechtmäßigkeit des Planfeststellungsbescheids für das Projekt "Ersatzfläche Vorfeld West". Schnalke betont: "Dieses Urteil schafft die notwendige Klarheit, so dass wir in den kommenden vier Jahren die für unseren schnell wachsenden Flughafen wichtigen sechs Abstellpositionen im westlichen Bereich des Airports als Kompensation für weggefallene Flächen im Osten bauen können."

© Flughafen Düsseldorf, Lesen Sie weiter: Düsseldorf darf das Vorfeld erweitern

Von: cs
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