Das sind die Eigentümer der Air Berlin

17.08.2017 - 09:09 0 Kommentare

Die Aktionäre der Air Berlin mussten seit dem Börsengang 2006 viele Rückschläge hinnehmen, auch jetzt rutschten die Papiere wieder auf ein Rekordtief. Doch wem gehört die Airline eigentlich?

Der damalige Air-Berlin-Chef Joachim Hunold beim Börsengang 2006. - © © dpa - Frank May

Der damalige Air-Berlin-Chef Joachim Hunold beim Börsengang 2006. © dpa /Frank May

Die Eigentumsverhältnisse der Air Berlin sind vielfältig. Laut Geschäftsbericht hält Etihad mit rund 29 Prozent so viele Anteile wie kein anderer. Noch einmal zwölf Prozent gehen auf die türkische ESAS Holding zurück. Der Großteil (58 Prozent) befindet sich, wie vorgeschrieben, allerdings in europäischem Besitz. Bei Air Berlin sind das Privatanleger. Mit knapp zwei Prozent ist auch der ehemalige Airline-Chef Joachim Hunold beteiligt.

Aktionärsstruktur von Air Berlin
Anteil in Prozent
Etihad
Airways
29.21
ESAS
Holding
12.02
Streubesitz 58.77

Die Daten beziehen sich auf den 31. Dezember 2016. Quelle: Air Berlin

Air Berlin war in Form der britischen PLC 2006 aufs Parkett gegangen. Die PLC ist die Mutter der deutschen Airline und deren Finanzvehikel "Air Berlin Finance". Eine an dem Schritt beteiligte ehemalige Führungskraft von Air Berlin begründet auf Anfrage von airliners.de: "Großbritannien war der richtige Ort, um der Mitbestimmung durch das deutsche Aktienrecht zu entgehen."

© dpa, Maja Hitij Lesen Sie auch: Air-Berlin-Aktie so teuer wie lange nicht

Die Aktie startete damals bei 11,69 Euro. Im ersten Jahr kletterte sie auf über 20 Euro. Zwei Wochen nach der LTU-Übernahme setzten die Papiere zum Absturz an: Bis Juli 2008 rutschte die Aktie unter vier Euro Wert - von da sanken sie kontinuierlich weiter. Im November 2015 wurden sie zum Penny-Stock, notierten also erstmals unter einem Euro.

Nach Bekanntwerden der Insolvenz wurden die Papiere kurzzeitig vom Handel ausgenommen. Doch als die Aktie wieder gehandelt wurde, kannte sie nur eine Richtung: unten. Zeitweise verloren die Papiere mehr als 40 Prozent und landeten auf einem Rekordtief von 43 Cent.

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) sieht die Interessen der Anleger beim Insolvenzverfahren gefährdet: "Bei einer diskutierten Zerschlagung der Airline und Verteilung auf Lufthansa und Easyjet ist nicht erkennbar, dass die Interessen der Gläubiger ausreichend berücksichtigt werden." Die SdK fordert ein transparentes Vorgehen mit einem offenen Verkaufsprozess für die vorhandenen Vermögenswerte.

Aktionär spricht von Schock

Für Air-Berlin-Aktionär Michael Hablasch ist die Insolvenz ein harter Schlag. "Klar, die Airline ist seit Jahren in Schieflage, doch die Meldung war schon ein echter Schock", sagt er im Gespräch mit airliners.de. Bis zuletzt hatte Hablasch an eine erfolgreiche Sanierung der einst zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft geglaubt.

© dpa, Alban Grosdidier Lesen Sie auch: Insolvenz ist für Air Berlin kein Thema

"Auf der Hauptversammlung wurde ja auch erneut die Schützenhilfe von Etihad bekräftigt. Warum sagen sie nun, es läuft nicht gut und lassen uns fallen?" Hablasch hofft nun, dass sich die Spitze von Air Berlin zeitnah auf einer Hauptversammlung erklärt.

Von: cs
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