Air Berlin streicht Düsseldorf-Langstrecken drastisch

11.09.2017 - 13:21 0 Kommentare

Nach der Einstellung aller Langstrecken in Berlin stutzt Air Berlin nun auch die Transatlantikflüge in Düsseldorf drastisch - denn ein erster Leasinggeber zieht seine Flugzeuge ab.

Ein Flugzeug der Air Berlin wird zum Starten vorbereitet. - © © dpa - Britta Pedersen

Ein Flugzeug der Air Berlin wird zum Starten vorbereitet. © dpa /Britta Pedersen

Noch zwei Wochen und dann ist Schluss: Ab dem 25. September entfallen die Air-Berlin-Langstrecken ab Düsseldorf nach Curaçao (Niederländische Antillen), Cancun (Mexiko), Havanna und Varadero (Kuba) sowie Punta Cana und Puerto Plata (Dominikanische Republik), wie die insolvente Fluggesellschaft jetzt mitteilte.

Damit bietet Air Berlin nun keine Flüge mehr in die Karibik an. Air Berlin teilte mit, Hintergrund der Entscheidung sei eine "im Rahmen des laufenden vorläufigen Insolvenzverfahrens notwendig gewordene Reduzierung der Langstreckenflotte".

Zu der Frage, was mit den frei werdenden Langstreckenkapazitäten passiert, wollte Air Berlin auf airliners.de-Nachfrage nichts sagen. Insgesamt betreibt die Airline aktuell 17 Langstreckenflugzeuge vom Typ A330. Zahlreiche neue Transatlantikverbindungen sollten ein zentrales Element der "neuen Air Berlin" sein. Zwei neue A330neo waren dazu bereits bei Leasinggebern bestellt.

Leasinggeber fordert Flugzeuge zurück

Derweil berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass die Leasinggesellschaft Aer Cap ihre zehn an Air Berlin vermieteten Langstreckenflugzeuge zurückzieht. Die drastische Reduzierung des Langstreckenangebots sei eine Folge der somit auf lediglich sieben Airbus A330 geschrumpften Air-Berlin-Interkontinentalflotte.

Der Aer-Cap-Vertrauensentzug könnte ist für die insolvente Airline ein herber Rückschlag. Von den bislang noch knapp 110 Flugzeugen in der Flotte der Air Berlin befindet sich kein einziges im Besitz der Fluggesellschaft.

Insgesamt hat die Airline Verträge mit gut zwei Dutzend unterschiedlichen Leasinggesellschaften. Größere Anteile an der Flotte haben neben der irischen Aer Cap (10 Airbus A330, 2 Airbus A320) noch die US-Leasinggesellschaften GECAS (20 Airbus A320, 1 Airbus A330) und Aercastle (12 Airbus A320). Die 14 Bombardier-Regionalflugzeuge der Air-Berlin-Tochter LGW kommen zudem von der dänischen Nordic Aviation Capital.

Erst kürzlich hat die insolvente Airline bereits alle Langstrecken ab Berlin gestrichen. Die bereits angekündigten Streichungen auf der Langstrecke betreffen aber nicht nur das Problemdrehkreuz Berlin-Tegel. In Düsseldorf waren bereits die Streichungen der Orlando- und Boston-Flüge zum Ende September beziehungsweise Anfang Oktober bekannt geworden.

© Qatar Airways, Lesen Sie auch: Air-Berlin-Konkurrenz bringt sich in Stellung

Damit verbleiben im Air-Berlin-Langstreckenportfolio noch fünf von bislang 13 Verbindungen in Düsseldorf: Die zweimal täglichen Flüge nach New York sowie die täglichen Rotationen nach Los Angeles, Miami und San Francisco wurden noch nicht gestrichen. Zudem steht noch Fort Myers in Florida im Flugplan der insolventen Airline.

Wie die Airline mitteilt, sollten sich Passagiere, die eine Pauschalreise mit einem Flug auf diesen Routen gebucht haben, an ihren Reiseveranstalter wenden. Wer direkt bei Air Berlin gebucht hat, muss das Kaufdatum beachten: Passagiere, die ihr Ticket erst nach dem Insolvenzantrag am 15. August gekauft haben, bekommen den Kaufpreis erstattet. Buchungen aus der Zeit davor können laut Airline derzeit nicht erstattet werden.

© airliners.de, David Haße Lesen Sie auch: Das sind die Player im Air-Berlin-Poker Überblick

Derweil geht das Pokerspiel um Air Berlin in die heiße Phase. Bis Ende der Woche (Freitag, 15. September) können Interessenten offizielle Angebote einreichen, am darauffolgenden Donnerstag (21. September) soll der Gläubigerausschuss des Pleite-Carriers nach Medieninformationen bereits über die Offerten richten.

Von: cs, dh, dpa
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