Air Berlin verschiebt Bilanzvorlage

27.04.2017 - 10:08 0 Kommentare

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin veröffentlicht nicht wie geplant ihre Jahresbilanz. Das habe organisatorische Gründe, sagt eine Unternehmenssprecherin. Es gibt bereits einen neuen Termin.

Fahnen der Air Berlin.  - © © dpa - Holger Hollemann

Fahnen der Air Berlin. © dpa /Holger Hollemann

Air Berlin hat die Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2016 verschoben. Die ursprünglich für diesen Donnerstag angekündigte Vorlage der Zahlen musste aus organisatorischen Gründen verschoben werden, sagte eine Unternehmenssprecherin. Der neue Termin ist Freitag (28. April). Jedes börsennotierte Unternehmen muss bis Ende April seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentieren.

Vermutlich muss Vorstandschef Thomas Winkelmann eine tiefrote Bilanz für 2016 vorlegen. Die Fluggesellschaft verbuchte allein von Januar bis September 2016 unterm Strich ein Minus von 317 Millionen Euro. Die Schulden summierten sich auf mehr als eine Milliarde Euro.

Umstrukturierung bei Air Berlin

Air Berlin befindet sich aktuell in einer breiten Umstrukrierungsphase. Mehrere Maschinen heben im Wet-Lease für die Lufthansa-Billigplattform Eurowings ab. Darüber hinaus soll die Tochter Niki unter der Hand des Air-Berlin-Großaktionärs Etihad in ein neues Touristik-Joint-Venture eingehen - doch der Vorgang verzögert sich.

Gleichzeitig will Air Berlin die USA-Langstrecke ausbauen. Weil es jedoch zuletzt in der Gepäckabfertigung in Berlin-Tegel zu Problemen mit der Gepäckabfertigung kam, mussten zwei Langstrecken ab Berlin verschoben werden. Air Berlin fliegt aber auch Langstrecke ab Düsseldorf.

Anlegerschützer kritisieren Air Berlin

Bereits 2014 verschob Air Berlin zweimal die Vorlage seiner Jahresbilanz. Anlegerschützer werteten dies als Zeichen für eine drohende Insolvenz und forderten die Finanzaufsicht Bafin auf, den Vorfall genauer zu kontrollieren.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Bundeskanzlerin Merkel reist nach Abu Dhabi

Auch im aktuellen Fall zeigt die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) kein Verständnis: "Der Termin wurde lange vorher bekannt gegeben, daher hätte man alles Organisatorische bereits lange im Voraus bis ins Detail abstimmen können", sagt Daniel Bauer, Vorstandsvorsitzender der SdK, zu airliners.de. Dies dürfe einem Konzern von der Größe wie Air Berlin nicht passieren.

Von: cs mit dpa-AFX
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