Air Berlin beschafft frisches Kapital

28.10.2011 - 17:30 0 Kommentare

Air Berlin hat das Orderbuch für die am Mittwoch begebene Anleihe geschlossen und die Zeichnungsfrist beendet, da das Ordervolumen den Emissionsbetrag von 100 Millionen Euro übersteigt. Aufgrund eines erhöhten Ausfallrisikos muss Air Berlin 11,5 Prozent Zinsen pro Jahr dafür aufbringen.

Start einer Boeing 737-800 der Air Berlin - © © dpa - A. Gebert

Start einer Boeing 737-800 der Air Berlin © dpa /A. Gebert

Die defizitäre Fluggesellschaft Air Berlin hat sich am Kapitalmarkt 100 Millionen Euro besorgt. Sie muss dafür einen hohen Preis zahlen: Für die Anleihe werden 11,5 Prozent Zinsen fällig. Wie das Unternehmen mitteilte, gelang es bis Freitag, dem letzten Tag der Zeichnungsfrist, die gewünschte Summe bei Anlegern einzusammeln. Die Anleihe wird am 1. November ausgegeben, hat eine maximale Laufzeit von drei Jahren, kann aber auch vorzeitig zurückgezahlt werden.

Für eine deutsche Unternehmensanleihe sind die 11,5 Prozent ein Spitzenzins, derzeit etwa vergleichbar mit irischen Staatsanleihen. Für Anleihen von Großkonzernen mit guter Bonität gibt es momentan bei drei Jahren Laufzeit oft nur 2 bis 3 Prozent Jahresrendite.

«Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis», sagte Air-Berlin-Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer. Damit habe man die Voraussetzung geschaffen, um bestehende Verbindlichkeiten «trotz schwieriger Rahmenbedingungen» zu refinanzieren.

Mit dem Geld will Air Berlin eine mit 1,5 Prozent verzinste Wandelanleihe aus dem Jahr 2007 teilweise zurückkaufen. Die Gesellschaft forderte die Gläubiger auf, vom 31. Oktober bis 10. November Angebote vorzulegen. Wandelanleihen sind Wertpapiere, die während einer Frist in Aktien umgetauscht werden können. Gelingt die Operation, muss Air Berlin zwar deutlich mehr Zinsen für seine Schulden zahlen als bisher, verringert aber den Einfluss der bisherigen Gläubiger auf das Unternehmen.

Von: dpa-AFX
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