Air Berlin und Alitalia drücken Etihad tief ins Minus

27.07.2017 - 16:35 0 Kommentare

Golf-Carrier Etihad erleidet im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Milliardenverlust. Die Airline führt das auf hohe Abschreibungen für Flugzeuge zurück - und auf die defizitären Beteiligungen Air Berlin und Alitalia.

Etihad ist an Air Berlin und Alitalia beteiligt. - © © AirTeamImages.com - Anthony Guerra

Etihad ist an Air Berlin und Alitalia beteiligt. © AirTeamImages.com /Anthony Guerra

Golf-Carrier Etihad hat das Geschäftsjahr 2016 bilanziert. Nach 8,36 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 7,1 Milliarden Euro) Gesamtumsatz verzeichnet die Staatsairline der Vereinigten Arabischen Emirate nach eigener Mitteilung 1,87 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) Verlust. Im Vorjahr stand noch ein dreistelliger Millionengewinn in den Büchern. Aufsichtsratschef Mohamed Mubarak Fadhel Al Mazrouei nannte das jetzige Ergebnis "enttäuschend".

Das große Minus führt Etihad auf Kerosin-Lieferverträge zurück, die den Golf-Carrier zwangen, den Treibstoff lange über dem aktuellen Marktwert zu kaufen. Außerdem spricht Etihad von "außerplanmäßigen Abschreibungen".

Hohe Abschreibungen belasten Carrier

So musste die Golf-Airline unter anderem rund 1,1 Milliarden Dollar (939 Millionen Euro) auf neue Flugzeuge abschreiben. Daneben gab die Airline nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr über 800 Millionen Dollar (683 Millionen Euro) für seine defizitären Europa-Beteiligungen Air Berlin und Alitalia aus.

Etihads Europa-Beteiligungen
Anteil Etihads
in Prozent
restliche Anteile
in Prozent
Alitalia 49 51
Air Berlin 29 71
Air Serbia
(ehemals Jat Airways)
49 51

Die Grafik zeigt die Europa-Beteiligungen von Etihad, nach dem Verkauf der Anteile von Darwin Airline. Die Angeben sind gerundet.Quelle: Etihad Airways

Etihad stellt aktuell seine Europa-Beteiligungen auf den Prüfstand. Erst kürzlich verkaufte die Airline ihre Anteile am Schweizer Carrier Darwin Airline. Diese führte unter dem Namen Etihad Regional Flüge durch.

Anfang des Jahres hatte der Etihad-Aufsichtsrat Airline-Chef James Hogan von dessen Posten abgezogen. Hogan hatte während seiner Zeit das Netz der Etihad-Europa-Beteiligungen aufgebaut. "Hogan wurde jahrelang an der langen Leine gehalten, ohne dass der Aufsichtsrat wusste, was im Unternehmen passiert", heißt es aus Unternehmenskreisen. Die Suche nach einem neuen Chef dauert aktuell an.

Auch Konkurrent Emirates verbucht Minus

Etihad ist mit 125 Maschinen in der Flotte der kleinere der beiden bekannten Carrier aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch bei der großen Emirates (rund 260 Flugzeuge) brach der Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr ein. Sie verzeichnete einen Überschuss von 670 Millionen Dollar (572 Millionen Euro) - minus 70 Prozent.

© Emirates Airline, Lesen Sie auch: Von Null auf Marktmacht in 30 Jahren Hintergrund zu Emirates

Von: cs
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