Air Berlin will enger mit Alitalia zusammenarbeiten

18.04.2016 - 17:26 0 Kommentare

Eine engere Codesharing-Kooperation bei Flügen zwischen Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien - das ist es, was Air Berlin und Alitalia laut einer Mitteilung vorhaben. Hinter beiden Airlines steht die arabische Ethiad.

Eine A321 der Air Berlin steht in Düsseldorf. - © © dpa - Maja Hitij

Eine A321 der Air Berlin steht in Düsseldorf. © dpa /Maja Hitij

Air Berlin und Alitalia bauen ihre Zusammenarbeit aus. Wie es in einer Mitteilung hieß, geht es dabei um Codeshare-Flüge zwischen Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien. Mit der tieferen Zusammenarbeit würden Anschlüsse und Streckennetz verbessert, hieß es.

Neu im Rahmen des Codeshare-Abkommens ist die Verbindung zwischen Düsseldorf und Bologna, die ab dem 2. Mai dreimal täglich angeboten wird. Beide Partner-Airlines vermarkten die Route, durchgeführt wird die Strecke von der deutschen Fluggesellschaft.

© dpa, Fredrik von Erichsen Basiswissen Luftverkehr So funktioniert Codesharing

Air Berlin kündigte außerdem an, im Rahmen der Kooperation Kapazitäten in Richtung Italien ausbauen zu wollen, zum Beispiel auf den Strecken Düsseldorf-Florenz und Düsseldorf-Venedig. Bis zu dreimal täglich will Deutschlands zweitgrößte Airline diese Routen bedienen. Die Flüge können dann ebenfalls vom Partner Alitalia mitvermarktet werden.

Die beiden Airlines sind seit dem Winter 2014/2015 Codeshare-Partner. Bei der Kooperation geht es um 750 wöchentliche Flüge und 56 Nonstop-Verbindungen zwischen der DACH-Region und Italien, die im Codeshare betrieben werden sollen.

Hinter Air Berlin und Alitalia steht die arabische Fluggesellschaft Etihad - sie ist zu rund 29 Prozent an Air Berlin und zu 49 Prozent an Alitalia beteiligt. Trotz hoher Millioneninvestitionen entwickeln sich beide Partner nicht so gut, wie von den Arabern erhofft.

Unterschiedliche Strategien bei der Krisenbewältigung

Air Berlin flog 2014 mit rund 377 Millionen Euro den höchsten Verlust der Firmengeschichte ein. Die Abschlusszahlen für 2015 liegen noch nicht vor, aber in den in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres steckte der Konzern mit 191 Millionen Euro in den roten Zahlen. Airline-Chef Stefan Pichler setzt bei der Sanierung auf einen Schrumpfkurs.

Alitalia will mit einem neuen Erscheinungsbild und einer neuen Produktstrategie aus der Krise fliegen. So wurde zum Beispiel das Logo geändert, um das alte Image aus Unzuverlässigkeit loszuwerden. Möglich wurde die Umwandlung durch Gelder von Etihad Airways.

Illustration des neuen Corporate Design auf Alitalia-Flugzeugen. Foto: © Alitalia

Als nicht-europäisches Unternehmen kann Etihad aber kaum mehr Anteile an Air Berlin übernehmen. Ansonsten würde Air Berlin den Status als europäische Fluggesellschaft verlieren. Es gibt daher schon länger unbestätigte Spekulationen, Etihad erwäge einen Zusammenschluss von Air Berlin und Alitalia, bei dem die Araber ihren Einfluss dann ausbauen könnten. Sie brauchen die europäischen Partner für Zubringerflüge zu ihrem Drehkreuz Abu Dhabi.

Von: ch, dpa
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