Air-Berlin-Aktionärin Etihad lässt Schweizer Tochter fallen

20.07.2017 - 16:20 0 Kommentare

2013 wurde aus Darwin Airline Etihad Regional - auch diese Zeiten sind nun vorbei. Golfcarrier Etihad verkauft seine Anteile an der Schweizer Airline. Ein Experte wertet dies als Warnschuss für Air Berlin.

Die Flotte der Etihad Regional besteht aus sechs Maschinen des Typs Saab 2000 und vier ATR72-Flugzeugen. - © © AirTeamImages.com - Jeffrey Schafer

Die Flotte der Etihad Regional besteht aus sechs Maschinen des Typs Saab 2000 und vier ATR72-Flugzeugen. © AirTeamImages.com /Jeffrey Schafer

Golfcarrier Etihad steigt bei seiner Schweizer Beteiligung Darwin Airline aus. Wie eine Sprecherin der Air-Berlin-Großaktionärin zu airliners.de sagte, wurden die Etihad-Anteile von 33,3 Prozent sowie alle restlichen Aktionärsanteile an das Luxemburger Unternehmen 4K Invest verkauft - dieses ist Eigentümer der slowenischen Fluggesellschaft Adria Airways.

Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Adria Airways sicherte zu, dass die 260 Mitarbeiter von Darwin Airline nicht ihre Jobs verlieren sollen. Die Airline werde bestehen bleiben und mit Schweizer AOC weiter von den Drehkreuzen Lugano und Genf operieren. Darwin Airline trägt zukünftig den Namen Adria Airways Switzerland.

Etihad hatte große Pläne

Etihad war 2015 bei Darwin Airline mit großen Plänen eingestiegen: Die Schweizer Tochter sollte Fluggäste aus kleineren europäischen Märkten zum Wüstendrehkreuz Abu Dhabi bringen. Doch die Pläne wurden schnell Makulatur: Etihad musste immer wieder Geld an ihre regionale Tochter überweisen.

Da jedoch die erhofften Erfolge ausblieben, wurde das Streckennetz von Etihad Regional stark verkleinert und die aktuell zehn Flugzeuge umfassende Flotte hob größtenteils im Wet-Lease für andere Airlines ab.

Auch Air Berlin muss zittern

Neben Darwin Airline besitzt Etihad auch noch Anteile an anderen europäischen Carriern:

Etihads Europa-Beteiligungen
Anteil Etihads
in Prozent
restliche Anteile
in Prozent
Alitalia 49 51
Air Berlin 29 71
Air Serbia
(ehemals Jat Airways)
49 51

Die Grafik zeigt die Europa-Beteiligungen von Etihad, nach dem Verkauf der Anteile von Darwin Airline. Die Angeben sind gerundet.Quelle: Etihad Airways

Etihad hatte Anfang des Jahres angekündigt, seine zum Teil defizitären Europa-Beteiligungen auf den Prüfstand stellen zu wollen. Erst vor wenigen Wochen war CEO James Hogan durch einen Interimsnachfolger ersetzt worden. Hogan ist Architekt der Etihad Equity Partners gewesen. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert Etihad-Chefstrategen Kevin Knight, dass der jetzige Darwin-Verkauf eine Folge des Strategiewechsels sei.

© dpa, Soeren Stache Lesen Sie auch: Etihad plant offenbar Air-Berlin-Exit

"Der jetzige Anteilsverkauf zeigt, dass Etihad den im November 2016 eingeschlagenen Weg konsequent weiter verfolgt", sagt Luftfahrtexperte Gerald Wissel von Airborne Consulting. "Und man sieht auch, dass die ursprüngliche Strategie von Hogan rückabgewickelt wird. Das könnte auch für Air Berlin gefährlich werden." Etihad ist der größte Einzelaktionär von Air Berlin.

Von: cs
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