Air-Berlin-Aktie nicht mehr im "Prime Standard"

30.01.2018 - 09:11 0 Kommentare

Weniger Transparenzpflichten als bisher: Die Frankfurter Wertpapierbörse stuft die Papiere von Air Berlin nicht mehr im "Prime Standard" ein. Denn gehandelt werden sie immer noch.

Foto vom Börsengang der Air Berlin aus dem Jahr 2006 - © © dpa - Arne Dedert

Foto vom Börsengang der Air Berlin aus dem Jahr 2006 © dpa /Arne Dedert

Air Berlin ist im Handel der Frankfurter Börse weniger Transparenzpflichten unterworfen als bislang. Laut Mitteilung sind die Papiere seit Anfang der Woche nicht mehr im "Prime Standard" sondern im "General Standard" gelistet. Beantragt hatte das nach Auskunft der Börse die Airline Ende Oktober selbst.

Der "Prime Standard" gilt als das höchste Transparenzlevel für börsennotierte Unternehmen. Er zielt auf Unternehmen ab, die auch international Investoren ansprechen wollen, da sie die Vorgaben des regulierten Markts auch in englischer Sprache umsetzen müssen. Im Unterschied zum "General Standard" müssen die Unternehmen im "Prime Standard" am Ende jeden Quartals einen Finanzbericht oder eine Mitteilung veröffentlichen.

Pflichten im "Prime Standard":

  • Abschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS oder US-GAAP);
  • Veröffentlichung von Quartalsberichten (auch in Englisch);
  • Pflege eines Unternehmenskalenders;
  • Durchführung mindestens einer Analystenkonferenz pro Jahr;
  • Veröffentlichung von Ad-hoc-Mitteilungen zusätzlich in englischer Sprache.
  • Die Aufnahme in den "Prime Standard" ist Voraussetzung für die Aufnahme in einen der Auswahlindizes der Deutschen Börse (Dax, MDax, SDax, TecDax). | Quelle: Deutsche Börse

Papiere in London und Deutschland handelbar

Seit Mai 2006 werden die Papiere der Air Berlin an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Die britische Mutterholding Air Berlin PLC ist als börsennotierte Kapitalgesellschaft sowohl an der Londoner Stock Exchange als auch an allen deutschen Börsenplätzen gelistet.

Mit der Insolvenzanmeldung wurden sie aber nicht einfach aus dem Handel genommen. Das Delisting muss formell beantragt werden, und die Genehmigung kann durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen.

© Air Berlin, Andreas Wiese Lesen Sie auch: Wie Flugzeugfonds mit dem Air-Berlin-Aus umgehen

Allerdings kann das Delisting auch zwangsweise geschehen, wenn beispielsweise der Emittent den Zulassungsverpflichtungen trotz mehrfacher Mahnungen nicht nachkommt. Laut Finanzexperten kostet beispielsweise ein Listing im "Prime Standard" der Frankfurter Wertpapierbörse jährlich rund 13.000 Euro.

Air Berlin hatte Mitte August 2017 Insolvenz in Eigenregie beantragt; nach Beendigung des selbstvermarkteten Flugbetriebs Ende Oktober, hat das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg am 1. November das Insolvenzverfahren eröffnet. In der vergangenen Woche hob es die Eigenverwaltung auf.

Von: cs
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