Flugbetrieb läuft zunächst weiter

Air Baltic flüchtet in Gläubigerschutz

23.09.2011 - 12:08 0 Kommentare

Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic ist pleite. Die Airline benötigt dringend eine Kapitalaufstockung. Der Staat als größter Anteilseigner fordert aber zugleich die Ablösung des CEO Bertolt Flick. Er hat sich nach Berlin abgesetzt und leitet von dort aus die Geschäfte.

Heck einer Air Baltic-Maschine - © © AirTeamImages.com -

Heck einer Air Baltic-Maschine © AirTeamImages.com

Der Kampf um die Zukunft des lettischen Nationalcarriers Air Baltic ist eskaliert: Am Donnerstag hat das Unternehmen Gläubigerschutz beantragt. Wie die Fluglinie mitteilte, soll der Flugbetrieb zunächst aufrechterhalten werden. Air Baltic bedient ab dem Baltikum Ziele in Europa, Russland und Nahost.

Air Baltic befindet sich seit einigen Monaten in Turbulenzen. Die defizitäre Fluggesellschaft benötigt rund 60 Millionen Lat (rund 84 Millionen Euro). Der lettische Staat als Anteilseigner koppelt die Finanzspritze aber mit der Ablösung von CEO Bertolt Flick, der über seine Gesellschaft Baltic Aviation Systems (BAS) größter privater Anteilseigner ist.

Flick werden Missmanagement sowie dubiose Finanzkontakte vorgeworfen. Er hatte die Anschuldigungen auf einer Pressekonferenz im Juni in Berlin zurückgewiesen und ein Komplott des Staates dahinter vermutet. Er sei aber jederzeit bereit, den Staatsanteil zu übernehmen, sagte Flick. Aus Furcht vor einer Verhaftung leitet er derzeit die Geschäfte aus Berlin, berichtete das „Handelsblatt“ am Donnerstag. Zudem soll die lettische Regierung die Gründung einer neuen Fluggesellschaft prüfen.

Der lettische Staat ist mit 52,6 Prozent an Air Baltic beteiligt. Flick hatte im Januar 2009 den 47,2-prozentigen Anteil übernommen, den bis dahin die skandinavische SAS Group gehalten hatte. Im vergangenen Jahr musste Air Baltic einen Verlust von rund 50 Millionen ausweisen.

Von: airliners.de
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