25 neue Empfehlungen AF447-Abschlussbericht vorgelegt

05.07.2012 - 17:40 0 Kommentare

Drei Jahre nach dem Absturz eines Airbus der Air France auf dem Flug von Rio nach Paris haben die Unfallermittler ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die französische BEA macht sowohl menschliche als auch technische Fehler für den Absturz verantwortlich.

Die Air-France-Flugzeugkatastrophe am Pfingstmontag 2009 wurde nach dem abschließenden Bericht der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde BEA maßgeblich durch menschliches Versagen verursacht. Wie die Unfallermittler am Donnerstag mitteilten, war die Crew nach einer Vereisung der Sonden zur Geschwindigkeitsmessung mit der grundsätzlich beherrschbaren Situation überfordert.

In ihrem abschließenden Bericht wollten sich die Ermittler nicht konkret dazu äußern, ob die Fehler der Cockpitcrew auf unzureichende Schulung oder Fahrlässigkeit zurückzuführen waren. BEA-Chef Jean-Paul Troadec betonte zur Vorstellung des Abschlussberichts, dass seine Behörde nicht die Aufgabe gehabt habe, die Verantwortlichen zu benennen. Dies sei Sache der Justiz.

Air France wies erneut jegliche Schuldzuweisung in Richtung des Unternehmens oder der Piloten zurück. Die Crew habe in einer außergewöhnlichen Situation ihre Aufgaben bis zum Schluss erfüllt, hieß es in einer ersten Stellungnahme. Die äußeren Umstände wie das Alarmverhalten der Instrumente hätten eine bessere Reaktion verhindert.

25 neue Empfehlungen

Neben den 16 Empfehlungen, die bereits in den Zwischenberichten Nr. 2 und Nr. 3 gegeben wurden, wurden 25 neue Sicherheitsempfehlungen ausgesprochen. Dabei schlagen die Ermittler eine bessere Schulung und Ausbildung der Besatzungen sowie Feedback-Prozesse vor, um die operationellen Risiken in Verbindung mit den menschlichen Faktoren besser zu analysieren, mit dem Ziel, die Verfahren und den Inhalt der Schulungen weiterzuentwickeln.

Gleichzeitig empfehlen die Unfallermittler auch Verbesserungen an den Anzeigen im Cockpit, die der Besatzung helfen sollen, ungewöhnliche Situationen zu erkennen und zu beherrschen. Zudem soll es neue Systeme geben, die bei der Lokalisierung von Flugzeugwracks helfen.

Bei den Ermittlungen zur Absturzursache stützten sich die Experten der Luftfahrtermittlungsbehörde vor allem auf die Auswertung der Flugdatenschreiber. Flugschreiber und Cockpit-Voice-Recorder waren im Frühjahr des vergangenen Jahres nach mehreren vergeblichen Suchaktionen aus rund 4.000 Metern Tiefe geborgen worden.

Die Air-France-Maschine war am 1. Juni 2009 auf einem Nachtflug von Rio nach Paris abgestürzt. Alle 228 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Link zum Abschlussbericht: http://www.bea.aero/en/enquetes/flight.af.447/rapport.final.en.php

Von: dpa, AFP, airliners.de
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