Russland-Überflüge

AeroLogic pocht auf mehr Flugrechte

14.11.2012 - 12:04 0 Kommentare

AeroLogic leidet unter entzogenen Russland-Überflugrechten. Die Verkehrsrechte stehen daher beim Management der Frachtfluglinie derzeit an oberster Stelle. Eine Flottenerweiterung ist dagegen vorerst nicht geplant.

Erste Boeing 777F der AeroLogic in Leipzig/Halle

Erste Boeing 777F der AeroLogic in Leipzig/Halle
© AeroLogic

Boeing 777F der AeroLogic in Leipzig/Halle

Boeing 777F der AeroLogic in Leipzig/Halle
© dpa

Boeing 777F der AeroLogic in Leipzig/Halle

Boeing 777F der AeroLogic in Leipzig/Halle
© AeroLogic

Die in Leipzig/Halle beheimatete Frachtfluggesellschaft AeroLogic sieht Bedarf für die Verbesserung ihrer Verkehrsrechtssituation. Dieser Punkt stehe als zentrale Aufgabe auf der Agenda seiner Gesellschaft, sagte Geschäftsführer Ulf Weber in einem Interview mit dem Online-Fachdienst Cargoforwarder.

Als „sehr enttäuschend“ bezeichnet der Manager die Haltung der russischen Regierung, seiner Airline die Überflugrechte über das eigene Territorium komplett zu verweigern. AeroLogic hatte kürzlich Überflugrechte verloren, da aus russischer Sicht deutsche Airlines bereits ein vereinbartes Kontingent erschöpft hätten.

Die Folge sei, dass die Frachter seit Monaten einen südlich Russlands gelegenen Umweg via Kasachstan und andere GUS-Länder auf den Strecken zwischen Leipzig/Halle und Hongkong, Shanghai sowie Seoul fliegen müssten. Auf die Vergabe von Verkehrsrechten habe sein Management keinen Einfluss, so Weber, da dies von den beteiligten Regierungen entschieden werde. An die zuständigen Ministerien in Berlin gewandt, plädiert er für die nachhaltige Unterstützung der Position von AeroLogic in den bilateralen Verhandlungen mit Moskau, die zweimal jährlich stattfinden.

Was die Transportkapazität angeht, sieht der AeroLogic-Chef keinen unmittelbaren Bedarf für die Aufstockung der aus acht Boeing-777-Frachtern bestehenden Flotte.

Mit dieser Aussage reagiert er auf die Entscheidung der Lufthansa Cargo, fünf fest bestellte Boeing 777F selbst zu betreiben, statt sie an AeroLogic zu übertragen. Zwar habe sein 2007 gegründetes Unternehmen Kostenvorteile gegenüber dem Anteilseigner LH Cargo, doch habe dieser Aspekt offenkundig eine nur untergeordnete Rolle bei der Entscheidung gespielt.

„Ihr Ansinnen, die eigene Flotte zu erneuern, hat wohl den Ausschlag bei dieser Frage gegeben“, sagte Weber. Anteilseigner an der AeroLogic GmbH mit Sitz in Schkeuditz bei Leipzig sind mit jeweils 50 Prozent die Partner DHL Express und Lufthansa Cargo. Die Kapazität der Flugzeuge werden von beiden Muttergesellschaften gemeinsam genutzt.

Von: Heiner Siegmund
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