AeroLogic kann bald transpazifisch fliegen

25.02.2014 - 09:53 0 Kommentare

Der Frachtflieger AeroLogic kann ab 2015 von Leipzig über Hongkong in die USA fliegen, mit vollen Verkehrsrechten auf der Teilstrecke zwischen Ostasien und Nordamerika. Im Gegenzug erhält eine Fluggesellschaft aus Hongkong Flugrechte von Deutschland in die USA.

AeroLogic Boeing 777F

AeroLogic Boeing 777F
© Lufthansa - Uwe Schossig

Boeing 747-8F der Cathay Pacific Cargo

Boeing 747-8F der Cathay Pacific Cargo
© Cathay Pacific

Es ist ein Deal auf Augenhöhe, den Ministeriumsvertreter aus Deutschland und Hongkong jetzt ausgehandelt haben. Zentrales Ergebnis der zweitägigen Verkehrsrechteverhandlung in Hongkong, bei der es ausschließlich um Frachtverkehre ging: Sowohl dem Leipziger Frachtflieger AeroLogic als auch der in Hongkong beheimateten Cathay Pacific Cargo werden Transportrechte gemäß der fünften Freiheit des Luftverkehrs zugebilligt. Sie haben damit das Recht, Luftfracht von einem der Vertragsstaaten, also Hongkong und Deutschland, in einen Drittstaat ihrer Wahl zu befördern.

Das Abkommen laut Bundesverkehrsministerium im Einzelnen: AeroLogic kann ab 2015 von Leipzig über Hongkong nach Cincinnati, USA, fliegen, mit vollen Verkehrsrechten auf der Teilstrecke zwischen Ostasien und Nordamerika. Die Gesellschaft ist damit in der Lage, Sendungen zwischen den großen ostasiatischen und nordamerikanischen Drehkreuzen von DHL Express zu befördern. Bislang wurde dazu von der Logistiktochter der Deutschen Post Fremdkapazität eingekauft, im konkreten Fall die von US-Flieger Southern Air.

Genehmigt wurden der Frachtflugtochter von DHL Express und Lufthansa Cargo (50 Prozent/50 Prozent) insgesamt sieben Flüge pro Woche. Ab Cincinnati hat AeroLogic die Option, auf derselben Route zurückzufliegen oder von dort weiter nach Leipzig/Halle durchzustarten.

Derzeit ist allerding noch offen, ob AeroLogic die Pazifikquerung mit ihrer eigenen Flotte von Boeing 777-Frachtern durchführen wird oder einen Streckentausch mit einer DHL-Partnergesellschaft macht, vermutlich Southern Air. Dies dürfte auch davon abhängen, glauben Luftfrachtexperten, ob die Gesellschaft von ihren Anteilseignern grünes Licht für eine Aufstockung ihrer derzeit aus acht 777F-Einheiten bestehenden Flotte erhält. Für die tägliche Bedienung der Route Hongkong-Cincinnati ist der Einsatz von drei dieser Boeing-Flugzeuge nötig.

Im Gegenzug erhält Cathay Pacific Cargo das Recht, Luftfrachtsendungen in Deutschland zuzuladen und mit ihren eigenen Frachtern täglich via Nordatlantik in die USA zu befördern. Die Airline kann dort jedes von ihr gewünschte Ziel ansteuern, mit Ausnahme von Chicago und Atlanta. Beide Routen ex Deutschland bleiben für CX Cargo auch weiterhin gesperrt.

Zustande gekommen waren die Verhandlungen auf Initiative der Bundesregierung. Gegenüber dem Branchenportal CargoForwarder Global begründete das Bundesverkehrsministerium den eigenen Schritt laut Sprecher Ingo Strater mit dem globalen Transportbedarf von Logistiker DHL Express. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „DHL Express steht bei der Expressfracht im globalen Wettbewerb und zwar insbesondere mit UPS und FedEx. Für AeroLogic fehlten der Bundesrepublik Deutschland bisher Luftverkehrsrechte auf Strecken zwischen Hongkong und den USA zur Vervollständigung des Luftfrachtnetzes zwischen den drei globalen Drehkreuzen der DHL Express“.

Gefragt nach einer Bewertung des Abkommens spricht das Verkehrsministerium gegenüber dem CargoForwarder wörtlich von einem „guten Ergebnis für die Bundesrepublik Deutschland“. Dies deshalb, weil es erneut gelungen sei, die Wettbewerbschancen von Integrator DHL im globalen Expressmarktsegment durch die transpazifischen Flugrechte ihrer Teiltochter AeroLogic deutlich zu stärken.

Erst kürzlich war ein Abkommen mit ähnlichem Ziel zwischen Deutschland und Russland vereinbart worden. Dadurch konnten sich deutsche Frachtfluggesellschaften 21 zusätzliche Überflüge pro Woche über russisches Territorium auf Ost-West-Routen sichern. Umgekehrt wurden der Volga-Dnepr-Linientochter AirBridge Cargo drei wöchentliche Verbindungen zwischen Deutschland und den USA gewährt.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de
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