Aeroground greift Air Berlin an

10.07.2017 - 08:07 0 Kommentare

Seit März fertigt Aeroground Flüge von Air Berlin am Airport Tegel ab. Es kommt zu massiven Problemen, die Airline beschuldigt den Bodenverkehrsdienstleister. Dieser kontert nun.

Air Berlin hat Drehkreuze in Berlin-Tegel und Düsseldorf. Foto: © AirTeamImages.com, Europix

Der Bodenverkehrsdienstleister Aeroground hat auf die Vorwürfe von Air Berlin reagiert. "Wir sind nicht länger bereit, in der Öffentlichkeit durch den Kakao gezogen zu werden", sagte Thomas Weyer, Geschäftsführer des Flughafens München, dem Mutterkonzern von Aeroground, der "Welt".

Aeroground biete Air Berlin an, den bis 2024 laufenden Vertrag für Tegel sofort aufzuheben. Aeroground würde dann beim Übergang zu einem neuen Dienstleister unterstützen, so Weyer. Die Airline lehnte dies ab. Sie hatte dem Bodenabfertiger vorgeworfen, für die miserable Performance der Airline am Flughafen Berlin-Tegel verantwortlich zu sein.

Es sei völlig unverständlich, "warum ein Dienstleister nach ein paar Monaten das Handtuch bei einer auf sieben Jahre angelegten Partnerschaft wirft. Wir erwarten, dass unser Dienstleister seine Probleme endlich professionell angeht und die vertraglich zugesicherte Leistung bringt", sagt ein Air-Berlin-Sprecher der "Berliner Morgenpost". Er bekräftige damit noch einmal die Aussagen von Airline-Chef Thomas Winkelmann.

Aeroground räumt Fehler ein

Weyer räumte nun zwar Versäumnisse ein. Aeroground sei aber allenfalls im Durchschnitt für zehn oder zwanzig Prozent der Verzögerungen verantwortlich. "Wir haben wenig Interesse daran, unter diesen Rahmenbedingungen weiterzumachen."

Die Infrastruktur in Tegel sei derzeit nicht für das Verkehrsaufkommen, wie von Air Berlin geplant, ausgelegt, hieß es in der "Welt". Zudem bemängelte Aeroground laut Angaben der "Berliner Morgenpost", dass Air Berlin einen viel zu vollen Flugplan aufgestellt hatte.

© dpa, Christian Charisius Lesen Sie auch: Air Berlin in Tegel: "Was wir sehen, ist ein Rückfall"

Aeroground hatte die Bodenabfertigung von Air-Berlin-Flügen am Flughafen Tegel im März von der Wisag übernommen. Seitdem kämpft die Airline mit massiven Verspätungen und Flugausfällen. Laut Angaben von Air-Berlin-Chef Winkelmann muss die Fluggesellschaft Entschädigungen in Höhe von zehn Millionen Euro zahlen.

Von: airliners.de
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