Airline erwägt Allianz-Beitritt

Aer Lingus vollzieht Strategiewechsel

27.01.2010 - 12:37 0 Kommentare

Aer Lingus stellt sich auf ein schwieriges Jahr 2010 ein. Um profitabel zu werden, will die Airline nun neben ihrem Kostensenkungsprogramm auch eine neue Strategie verfolgen: Weg vom Lowcost. Die Airline hofft dazu auf Partnerschaften mit größeren Airlines und liebäugelt mit einem erneuten Allianz-Beitritt.

Airbus A320 der Aer Lingus - © © AirTeamImages.com -

Airbus A320 der Aer Lingus © AirTeamImages.com

Aer Lingus stellt sich auf ein schwieriges Jahr ein. Wie das „Wall Street Journal“ (Dienstag) unter Berufung auf das Airline-Management berichtet, rechnet der Carrier damit, einen geringeren Jahresumsatz zu erwirtschaften als 2009. Dabei werde die erste Jahreshälfte „besonders schwach“ ausfallen. Bereits im Januar habe es weniger Buchungen für das erste Quartal gegeben als üblich, zitiert das „Wall Street Journal“ aus einer Unternehmensmitteilung.

Sparkurs wird vorangetrieben

Einerseits rechnet Aer Lingus für 2010 zwar mit niedrigeren Treibstoffkosten: Die irische Fluggesellschaft hat bereits 67 Prozent ihres geschätzten Treibstoffbedarfs für dieses Jahr und 16 Prozent des Bedarfs für 2011 durch Hedging-Geschäfte gesichert. Die Einsparungen, die sich die Airline dadurch erhofft, werden sich in der Gesamtbilanz jedoch nicht so stark bemerkbar machen, da Aer Lingus andererseits erwarte, dass ihre Flughafengebühren in diesem Jahr rund 20 Millionen Euro höher ausfallen werden als noch 2009, hieß es weiter.

Um wieder profitabel zu werden, hat sich Aer Lingus ein straffes Sparprogramm auferlegt. Wie die „Irish Times“ (Mittwoch) schreibt, will die Airline dieses Jahr 44 Millionen Euro einsparen. Für 2011 sind Einsparungen in Höhe von 58 Millionen Euro angestrebt. Im Jahr 2012, nach der vollständigen Umsetzung aller geplanten Restrukturierungsmaßnahmen, will die Airline schließlich 97 Millionen Euro einsparen.

Bereits Anfang des Monats hatte Aer Lingus mit ihren Piloten Gehaltskürzungen aushandeln können, wodurch die Personalkosten der Airline um 30 Millionen Euro gesenkt werden. Daneben sollen Stellen gestrichen und die Management-Ebenen von sechs auf drei reduziert werden.

Bereits letzten Sommer hatte Aer Lingus verkündet, das Wachstum der Langstreckenflotte einzudämmen. Dazu werden die Abnahme neuer Jets verzögert und geleaste Maschinen früher zurückgeben.

Schluss mit Lowcost

Neben dem Kostensenkungsprogramm soll auch ein Strategiewechsel der Airline dauerhaft zu schwarzen Zahlen verhelfen. Aer-Lingus-CEO Christoph Müller stellte am Dienstag gegenüber Investoren die Pläne des Carriers vor: Statt auf Lowcost-Direktflüge werde man zukünftig vor allem auf Partnerschaften und Allianzen mit größeren Fluggesellschaften setzen. So wolle die Airline asiatische Märkte ins Auge fassen und dazu als Feeder irische Fluggäste zu den drei großen europäischen Hubs London-Heathrow, Frankfurt und Paris befördern.

Ab 2011 sollen Aer-Lingus-Passagieren auch kostenpflichtige Extras wie Lounge-Zugänge, Zeitungen oder Croissants angeboten werden.

Darüber hinaus hat Aer Lingus eine Partnerschaft mit der irischen Regionalfluggesellschaft Aer Arann bekannt gegeben. Diese wird zukünftig 12 Routen zwischen dem Vereinigten Königreich und Irland unter der Marke „Aer Lingus Regional“ bedienen.

Erneuter Allianzbeitritt geplant

Im Rahmen ihrer neuen Strategie will sich Aer Lingus auch wieder einer internationalen Airline-Allianz anschließen. Welcher Allianz die Fluggesellschaft beitreten will, ist aber noch offen. Müller erklärte lediglich, dass im Hinblick auf die U.S.-Routen Oneworld oder die Star Alliance am besten für Aer Lingus wären. Eine Entscheidung könnte laut Müller allerdings schon sehr bald gefällt werden.

Aer Lingus war schon einmal Mitglied der Oneworld-Allianz, hatte diese jedoch zum 1. April 2007 freiwillig verlassen.

Von: airliners.de
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