Aer-Lingus lehnt Übernahme-Angebot von Ryanair ab

02.12.2008 - 18:20 0 Kommentare

Die irische Fluggesellschaft Aer Lingus hat auch das neue Übernahmeangebot von Europas größtem Billigflieger Ryanair abgelehnt. Das Management von Aer Lingus riet den Aktionären am Montagabend, nicht auf das neue Angebot von Ryanair-Chef Michael O'Leary einzugehen. Das Angebot von Ryanair unterschreite deutlich den Wert des Unternehmens. «Aer Lingus bleibt ein starkes Unternehmen mit viel Kapital und einer starken Zukunft», hieß es in einer Stellungnahme der Aer-Lingus-Spitze.

Ryanair hatte für Aer Lingus etwa 748 Millionen Euro geboten. Beide Marken sollten nach den Ryanair-Plänen erhalten bleiben, die Unternehmen eigenständig agieren. Ryanair besitzt derzeit bereits 29,8 Prozent der Aer-Lingus- Aktien, die irische Regierung ist noch mit rund 25 Prozent beteiligt.

Auch bei den Gewerkschaften stieß die neue Ryanair-Offerte auf wenig Gefallen. «Schon der letzte Übernahmeversuch von Ryanair war mit einer Quote von 97 Prozent deutlich von der Belegschaft abgelehnt worden. Es ist unwahrscheinlich, dass die Antwort der Beschäftigten jetzt anders ausfallen würde», sagte ein Gewerkschaftssprecher. Bei den Mitarbeitern liegen 15 Prozent der Aer-Lingus-Aktien.

Aer Lingus fliegt fast 60 Ziele in Großbritannien und Kontinentaleuropa an und beschäftigt rund 4000 Mitarbeiter. Ryanair bedient fast 150 Ziele in Europa und hat einen Flotte von 108 Flugzeugen.

Ryanair hatte bereits vor zwei Jahren versucht, Aer Lingus für rund 1,5 Milliarden Euro zu übernehmen. Allerdings untersagte die EU- Kommission das Angebot aus Wettbewerbsgründen. Auch die irische Regierung und die Belegschaft hatten sich gegen eine Übernahme gewehrt.

Von: dpa
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