Ägypten-Krise und Sonder-Abschreibungen belasten Thomas Cook

11.02.2014 - 13:30 0 Kommentare

Thomas Cook hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahr einen höheren Verlust im Vergleich zum Vorjahr verbuchen müssen. Der Mutterkonzern von Condor und Neckermann hofft nun aufs Sommergeschäft - und höhere Preise.

Harriet Green - © ©  Thomas Cook Group -

Harriet Green © Thomas Cook Group

Die Unruhen in Ägypten und der verlustreiche Verkauf von Konzerntöchtern haben den Reiseveranstalter Thomas Cook zum Winterstart zurückgeworfen. Während das Urlaubsgeschäft von Oktober bis Dezember insgesamt besser lief als ein Jahr zuvor, konnte der Tui-Konkurrent seinen Fernreise-Anbieter Gold Medal nur mit Verlust an eine Tochter der Fluggesellschaft Emirates losschlagen, wie Europas zweitgrößter Reisekonzern heute im britischen Peterborough mitteilte.

Für die Sommersaison hofft Konzernchefin Harriet Green darauf, dass die Kunden mehr für ihren Urlaub ausgeben. Außer in Kontinentaleuropa, wo Thomas Cook etwa mit Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor aktiv ist, war davon bislang jedoch nur wenig zu sehen.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember fiel der saisontypische Verlust vor Steuern mit 161 Millionen britischen Pfund (194 Millionen Euro) rund 31 Prozent höher aus als ein Jahr zuvor. Dabei wirkte sich der Verkauf der Fernreise-Tochter Gold Medal negativ aus. Zwar bezahlen die Araber 45 Millionen Pfund für das Unternehmen, das Thomas Cook unter Greens Vorgänger Manny Fontenla-Novoa im Jahr 2009 gekauft hatte. Weil weil sie das Unternehmen teurer in ihren Büchern stehen hatten, mussten die Briten nun jedoch einen Verlust von 34 Millionen Pfund in Kauf nehmen.

Green stößt nach Thomas Cooks Schieflage vor zwei Jahren Randbereiche ab, um den Schuldenberg abzutragen und sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können. Mit dem Verkauf von Gold Medal und der Trennung vom Luxusreise-Anbieter Elegant Resorts vor wenigen Tagen hat der Reiseveranstalter nun insgesamt 125 Millionen Pfund eingesammelt und damit sein eigentlich erst für das Jahr 2015 gesetztes Ziel erreicht.

Nach den wieder aufgeflammten Unruhen in Ägypten konnte Thomas Cook das schwache Interesse der Kunden an dem wichtigen Winterreiseziel zuletzt abfedern. Von Oktober bis Dezember erzielte der Konzern einen Umsatz von 1,66 Milliarden Pfund, knapp ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der um Sonderkosten etwa aus dem Konzernumbau bereinigte operative Verlust verringerte sich um 16 Prozent auf 56 Millionen Pfund. Reiseveranstalter schreiben im Winter in der Regel rote Zahlen. Ihre Gewinne fahren sie vor allem in der Hauptreisezeit im Sommer ein.

Für die heiße Jahreszeit hofft Green darauf, dass die Kunden mehr Geld für ihre Ferienreisen ausgeben. Bislang beschränkt sich diese Entwicklung auf Teile des europäischen Festlands. In Kontinentaleuropa mit Deutschland als größtem Markt verkaufte Thomas Cook im Schnitt bislang um rund ein Prozent teurere Reisen. Die Frühbucher unter den britischen Kunden gaben dagegen zwei Prozent weniger für ihre Buchung aus. Diesen Trend will Green in den kommenden Monaten mit dem Verkauf teurerer Exklusivreisen brechen, mit dem bereits die Tui-Veranstaltertochter Tui Travel punkten konnte.

Von: dpa-AFX
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